Jubiläumsfondsprojekt der Österreichischen Nationalbank an Daniela Glätzle-Rützler

Das Forschungsprojekt „Vertrauensgüter im Gesundheitsbereich: Eine experimentelle Analyse von Monitoring und Feedback“ von Daniela Glätzle-Rützler wird vom Jubiläumsfond der Österreichischen Nationalbank für drei Jahre gefördert.
Arzt mit Patient
Bild: experimentelle Analyse von Monitoring und Feedback (Credit: Colourbox.de)

Jubiläumsfondsprojekt der Österreichischen Nationalbank an Daniela Glätzle-Rützler

Das Forschungsprojekt „Vertrauensgüter im Gesundheitsbereich: Eine experimentelle Analyse von Monitoring und Feedback“ von Daniela Glätzle-Rützler wird vom Jubiläumsfond der Österreichischen Nationalbank für drei Jahre gefördert.

Viele Märkte, darunter fallen der Gesundheitsmarkt oder der Markt für Reparaturen, zeichnen sich durch Informationsasymmetrie zwischen Konsumenten und Verkäufern aus, was das Risiko von Betrug mit sich bringt. Es ist z.B. für Patienten oft schwierig einzuschätzen, welche medizinischen Behandlungen am besten geeignet sind, eine Krankheit zu heilen und müssen darauf vertrauen, dass Ärzte ihren Informationsvorteil nicht ausnutzen. Deshalb werden diese Güter und Dienstleistungen Vertrauensgüter genannt.

In Österreich betragen die Gesundheitsausgaben mehr als 10% des BIP. Somit stellt der Gesundheitsmarkt einer der wichtigsten Märkte für Vertrauensgüter dar. Einige empirische Studien zeigen, dass Ärzte ihren Informationsvorteil ausnutzen, indem sie Behandlungen durchführen, welche nicht notwendig sind (z.B. Gruber et al., 1999; McGuire, 2000; Clemens und Gottlieb, 2014; Schmid, 2015). Bedingungen, welche ärztliches Fehlverhalten reduzieren, wurden noch nicht hinlänglich untersucht.

Das übergeordnete Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, die Probleme assoziiert mit Vertrauensgüter im Gesundheitsmarkt zu untersuchen und Maßnahmen zu entwickeln, welche ärztliches Fehlverhalten reduzieren können. Im Besonderen leistet dieses Forschungsprojekt anhand von Laborexperimenten einen wichtigen Beitrag zur bestehenden experimentell-ökonomischen Literatur in dreifacher Hinsicht. (1) Wir erforschen Maßnahmen zur Reduzierung ärztlichen Fehlverhaltens indem wir (1a) den Effekt von endogenem und exogenem Monitoring und (1b) endogenem und exogenem Feedback untersuchen. (2) Wir untersuchen den Zusammenhang von Persönlichkeitsmerkmalen wie soziale Präferenzen, Vertrauen, Vertrauenswürdigkeit und Risikopräferenzen mit dem Verhalten im Vertrauensgütermarkt, um herauszufinden, welcher Typus Mensch am meisten zu Fehlverhalten geneigt ist.

Die Forschungsergebnisse dieses Projektes werden nicht nur unser Verständnis des Verhaltens hinsichtlich Vertrauensgüter im Gesundheitsmarkt maßgeblich erweitern sondern auch Empfehlungen für politische Entscheidungsträger mit sich bringen, welche Maßnahmen geeignet sind um ärztliches Fehlverhalten zu reduzieren. Darüber hinaus sind die Forschungsergebnisse auch für die gesamte Bevölkerung in der Rolle des Patienten in Situationen mit Informationsasymmetrie äußerst interessant.

Im Rahmen des Projektes kann ein Doktorand/eine Doktorandin angestellt werden. Bei Interesse kontaktieren Sie bitte Daniela Glätzle-Rützler (daniela.ruetzler@uibk.ac.at).

Nach oben scrollen