Innsbrucker Chemikerin ausgezeichnet

L’ORÉAL Österreich Stipendium für junge Forscherin der Universität Innsbruck

Am Montag wurde in Wien Michaela Aigner vom Institut für Organische Chemie der Universität Innsbruck mit einem von vier L’ORÉAL Österreich Stipendien 2009 ausgezeichnet. Die Chemikerin aus der Forschungsgruppe von Prof. Ronald Micura beschäftigt sich mit Ribonukleinsäuren (RNA) und arbeitet derzeit an der Fertigstellung ihrer Dissertation.

„Die 28-jährige Chemikerin beeindruckt nicht nur mit herausragenden Studienergebnissen, sondern auch mit Erfahrungen durch zahlreiche Praktika bei diversen technisch-pharmazeutischen Firmen und Universitätsinstituten. Sie kann auf Lehrtätigkeit an einer Fachhochschule und an der Universität Innsbruck verweisen“, hieß es am Montagabend bei der Verleihung der diesjährigen L’ORÉAL Österreich Stipendien im Theatersaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Das mit 15000 Euro dotierte Stipendium ermöglicht Michaela Aigner die Durchführung verschiedener Experimente, die für die Fertigstellung ihrer Dissertation bis Mitte nächsten Jahres notwendig sind. Anschließend möchte sie für zwei Jahre als Postdoc ins Ausland gehen, vorzugsweise in ein renommiertes Forschungslabor in den USA, in England oder in Skandinavien. „Meine Faszination für die Forschung, insbesondere für angewandte Biowissenschaften, wird weiter anhalten“, zeigt sich Michaela Aigner überzeugt.

Markierte Ribonukleinsäuren

In ihrer Dissertation beschäftigt sich Aigner mit RNA, die chemisch durch eine Azidgruppe verändert wurde. Ihr Ziel ist es, mit Hilfe dieser chemischen Veränderung neue Möglichkeiten zu schaffen, die Interaktion von Nukleinsäuren untereinander oder von Nukleinsäuren mit Proteinen untersuchen zu können. RNA, die „kleine Schwester der DNA“, übersetzt die im Erbgut gespeicherte Information in Proteine. In den letzten Jahren wurden weitere RNA-Klassen entdeckt, die noch andere Aufgaben erfüllen. Die Gruppe um Ronald Micura leistet einen Beitrag zum molekularen Verständnis wichtiger biologischer Prozesse von RNA-Molekülen. Dafür wird die RNA chemisch hergestellt und entsprechend manipuliert. „Ich arbeite mit den RNA-Bausteinen Adenosin und Uridin, die von mir verändert werden: Sie erhalten als funktionelle Gruppe ein Azid an der sogenannten 2’-Position, anstatt der in der RNA natürlich vorkommenden Hydroxyfunktion.“ Die auf diese Weise erzeugte RNA erlaubt es, die RNA mit einem Farbstoff oder sonstigen chemischen Signalstoffen zu markieren. Dies öffnet den Weg zu Anwendungen beispielsweise im Bereich der Erkennung von RNA-Viren oder anderen biologisch relevanten RNAs in zellulären Lösung. Weiters können mit der veränderten RNA unter physiologischen Bedingungen biologische Prozesse potentiell visualisiert werden.

Stipendium schließt Lücke

Michaela Aigner wurde 1981 in Melk in Niederösterreich geboren. Sie studierte Technische Chemie an der TU Wien und kam 2007 für das Doktoratsstudium an das Institut für Organische Chemie nach Innsbruck, wo sie in der Arbeitsgruppe von Prof. Ronald Micura forscht.

Die L’ORÉAL Stipendien wurden in diesem Jahr zum dritten Mal von L'ORÉAL Österreich in Kooperation mit der Österreichischen UNESCO-Kommission und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) vergeben. Sie füllen eine Lücke im bestehenden Förderangebot für Frauen in oder auf dem Weg zu einer Wissenschaftskarriere in Österreich.

Zwei Bilder von der Preisverleihung an Michaela Aigner finden Sie hier: http://www.uibk.ac.at/public-relations/presse/medienservice/index.html#pa129, Weitere Bilder unter: http://www.loreal.fotoserver.at/forwomeninscience/

Rückfragehinweis: DI Michaela Aigner
Institut für Organische Chemie
Universität Innsbruck
Innrain 52, 6020 Innsbruck
Tel: +43 512 507 5205
Email: michaela.aigner@uibk.ac.at