„Andere Länder, andere Sitten – Bauen in anderen Kulturkreisen“

Seminar und öffentlicher Vortragsabend

 

Bauvorhaben im Ausland stellen Bautechniker und Projektmanager vor große Herausforderungen: Strategien, die in Österreich hervorragend funktionieren, können in fremden Kulturkreisen völlig versagen. Ein Seminar des Arbeitsbereichs für Baubetrieb, Bauwirtschaft und Baumanagemen an der Universität Innsbruck vermittelt von 19. bis 20. November interkulturelle Kompetenzen für erfolgreiches Bauen im Ausland.

 

Auslandseinsätze gehören für Ingenieurbüros und Bauunternehmen beinahe schon zum Tagesgeschäft. Die Auseinandersetzung mit der Kultur des Ziellandes ist für Akteure der Baubranche dabei ebenso wichtig wie technisches Know-how. „Die potenziellen Probleme bei Bauvorhaben im Ausland reichen von der Deutung einfacher Gesten bis hin zu massiven kulturellen Kommunikations- und Verständnisschwierigkeiten, die sich aufgrund von unterschiedlichen Wertesysteme ergeben“, schildert Organisator Walter Purrer, Professor am Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften der Universität Innsbruck, der selbst an der Umsetzung zahlreicher Bauvorhaben im Ausland beteiligt war:

„Bei der Anwendung der Neuen Österreichischen Tunnelbauweise NÖT im Ausland konnten wir Tunnelbauer beispielsweise lange nicht verstehen, warum in gewissen Ländern der Welt keine oder nur geringe Erfolge mit der NÖT verzeichnet werden konnten. Wir mussten zur Kenntnis nehmen, dass in einer Kultur mit großer „Machtdistanz“ (Definition nach Geert Hofstede) der einfache Polier/Drittelführer oder Mineur nicht bereit ist, seine Einschätzung des Gebirgsverhaltens oder drohender Gefahren dem vorgesetzten Bauleiter mitzuteilen. Nachdem bei der NÖT diese – von gesellschaftlicher Rangordnung der Personen unabhängigen –  Kommunikation ein wesentliches Standbein darstellt, ist es nicht verwunderlich, wenn die NÖT im Ausland auch Rückschläge einstecken musste. Die in Österreich so erfolgreiche Strategie der NÖT erfordert eine Anpassung an die fremde Kultur“, erzählt Purrer ein Beispiel.

Um auf derartige Herausforderungen vorbereitet zu sein, sollten sich all jene, die an Bauvorhaben im Ausland beteiligt sind, interkulturelle Kompetenzen aneignen. Gelegenheit dazu gibt es beim Seminar „Andere Länder andere Sitten – Bauen in anderen Kulturkreisen“, das von 19. bis 20. November am Grillhof – Zentrum für Weiterbildung bzw. an der Fakultät für Bauingenieurwissenschaften statt findet.

 

Organisiert wird die für international tätige Bauunternehmen, PlanerInnen, BeraterInnen, ProjektentwicklerInnen aber auch Studierende und Wissenschaftler interessante Weiterbildungsveranstaltung vom Arbeitsbereich Baubetrieb, Bauwirtschaft und Baumanagement  des Instituts für für Konstruktion und Materialwissenschaften . Im Zuge des Seminars berichten Referenten aus der Praxis über ihre Erfahrungen im Ausland. Details zu Programm und Anmeldung: http://www.icc-seminar.com/

 

 

Öffentlicher Vortragsabend (keine Anmeldung erforderlich):

 

Zeit:

19. November 2009,  ab 18:00

Ort:

Großer Hörsaal, Fakultät für Bauningenieurwissenschaften

 

18:15 Uhr: 
Beurteilung sozioökonomischer Faktoren in der Angebotsphase beim internationalen Tunnelbau
Vortrag von Markus Demmler  und Detlef Heck (Wayss & Freitag AG / TU-Graz)

18:45 Uhr:
Bauen in Schweden – einmaliges Abenteuer oder Chance für ein dauerhaftes Engagement?
Vortrag von Norbert Fügenschuh (Beton- und Monierbau GmbH)

19:15 Uhr: Diskussion und anschließender Stehempfang

 

 

Rückfragehinweis

 

Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.mont. Walter Purrer 
Telefon: +43 (0)512 507 6531
E-Mail: Walter.Purrer@uibk.ac.at

 

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