Cella – Strukturen der Ausgrenzung und Disziplinierung – Ein Forschungs- und Ausstellungsprojekt des Instituts für Kunstgeschichte 

 

Als Teil des Programms „Geschichte trifft Zukunft 1809/ 2009“ des Landes Tirol wurde unter der Gesamtleitung von Prof. Christoph Bertsch vom Institut für Kunstgeschichte und Silvia Höller eine Ausstellung konzipiert, die am 5. November in Rom eröffnet wird. Die Gebäudekomplexe des Complesso Monumentale di San Michele a Ripa Grande in Trastevere sind vom 6. November bis 5. Dezember Ort einer internationalen Ausstellung aktueller Kunst. 38 KünstlerInnen sind eingeladen, die einzelnen Zellen und das Reflektorium des Gebäudes mit ihren Werken, die sich mit der Zelle oder Themen wie Überwachung oder Disziplinierung auseinandersetzen, zu besetzen. Parallel dazu werden sich WissenschaflterInnen Ende Jänner im Rahmen eines Workshops mit dem Thema der „cella“ auseinandersetzen. VertreterInnen von Universität, Land Tirol und des Hauptsponsors Hypo Tirol informierten heute im Rahmen einer Pressekonferenz über das Projekt.

 

Die Gebäudekomplexe des Complesso Monumentale di San Michele a Ripa Grande in Trastevere dienten in ihren unterschiedlichen Funktionen über die Jahrhunderte hinweg stets dem Aspekt der Ausgrenzung und Überwachung, immer nach Geschlechtern getrennt: Armenasyl, Spital, Besserungsanstalt für Jugendliche und Gefängnis. Dieser gewaltige architektonische Komplex der Überwachung wurde in zentralen Teilen von Carlo Fontana in den Jahren 1686 – 1715 unter den Päpsten Innozenz XI, Innozenz XII und Clemens XI errichtet.

 

Ausstellungsort als Teil der Ausstellung

An diesem historischen Ort findet von  5. November – 5. Dezember 2009 eine an der Universität Innsbruck konzipierte Ausstellung statt:  Prof. Christoph Bertsch vom Institut für Kunstgeschichte, der die Ausstellung gemeinsam mit Mag. Sivia Höller kuratiert, betonte im Rahmen der Pressekonferenz die Besonderheit des Ausstellungsortes. „Cella ist die erste Ausstellung im Complesso Monumentale di San Michele, die sich mit dem Bau beschäftigt“, so Bertsch. Gemeinsam mit Silvia Höller ist es ihm gelungen, 38 Künstlerinnen und Künstler zu gewinnen, die einzelnen Zellen und das Refektorium mit ihren Werken zu besetzen. Diese werden nach Geschlecht getrennt, entsprechend der vorgegebenen architektonischen Struktur Arbeiten präsentieren, die zum größten Teil für die Ausstellung entstanden sind.  Dabei steht nicht die mediale Ausdrucksform im Mittelpunkt sondern der inhaltliche Aspekt. Videos, Fotoarbeiten, Installationen sind ebenso so zu finden wie skulpturale Werke, Malerei und Grafik. Angelpunkt ist die Zelle, der kleinste mögliche Ort menschlichen Seins sowie mögliche Gegenwelten dazu. International renommierte Künstlerinnen und Künstler wie Pipilotti Rist, Matthew Barney, Jannis Kounellis, Giuseppe Penone, Gerwald Rockenschaub, Lois Weinberger, Milica Tomic, Lucilla Catania, Daniel Richter, Flatz oder Gregor Schneider sind mit zentralen Werken vertreten.

 

Breite Unterstützung

Prof. Tilmann Märk, Vizerektor für Forschung der Universität Innsbruck, dankte bei der Pressekonferenz den Unterstützern des Projekts, allen voran Kulturlandesrätin Beate Palfrader, die die Ausstellung als Sonderprojekt  im Rahmen des Programms anlässlich des Gedenkjahres unterstützt, als auch dem Hauptsponsor Hypo Tirol. „Nach dem Universitätsgesetz 2002 zählt  neben der Forschung auch die Entwicklung und Erschließung der Künste zu unseren Aufgaben. Es freut mich sehr, dass wir dieser Aufgabe mithilfe der Unterstützung zahlreicher Partnerinnen durch interessante Projekte wie dieses erfüllen können“, so VR Märk.

 

„Cella“ aus wissenschaftlicher Sicht

Parallel zum künstlerischen Ansatzpunkt werden sich  von 21. – 23. Jänner 21 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen (Kunstgeschichte, Theologie, Philosophie, Psychologie, Soziologie, Architekturtheorie, Geschichte, Medizin) im Rahmen eines Workshops in Innsbruck mit dem Thema der „cella“ beschäftigen.

 

Rückfragehinweis:

Mag. Susanne Röck
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Universität Innsbruck

Tel.: 0512/507-32021
Mail: susanne.e.roeck@uibk.ac.at