Via Alpina – ein weiter Weg zur nachhaltigen Regionalentwicklung in den Alpen

Ein neuer Weitwanderweg wurde von Studenten der LFU Innsbruck kürzlich auf Herz und Nieren geprüft.

 

Die Via Alpina, ein von der Europäischen Union geförderter alpiner Weitwanderweg, mit dessen Einrichtung 1999 begonnen wurde, führt in 341 Tagesetappen von Triest durch alle Alpenstaaten nach Monaco. Tirol wird dabei von drei der insgesamt fünf Wegvarianten durchquert.

 

Die Via Alpina ist in Übereinstimmung mit der Alpenkonvention als Instrument nachhaltiger Regionalentwicklung konzipiert worden. Zielvorgaben für den Weitwanderweg waren, dass er  ökologisch- und sozialverträglich sowie wirtschaftsstärkend sein soll. Um diese theoretischen Vorgaben landesweit zu überprüfen, betraute der österreichischen Projektpartner – der Alpenverein – im Frühling 2006 Geographiestudenten aus Innsbruck mit einer Evaluation. Dazu wurden unter der Leitung von Prof. Axel Borsdorf   Gemeindevertreter, Hoteliers, Bergführer und Vertreter der Tourismusverbände aus sieben Tiroler Gemeinden über die Via Alpina befragt.

 

Bekanntheitsgrad soll gesteigert werden

Nun liegen die Ergebnisse aus diesen Interviews vor und die Bilanz der Befragten fällt noch nicht ganz positiv aus. Dies liegt vor allem daran, dass viele Tourismusakteure noch zu geringe Kenntnisse vom neuen Weitwanderweg  haben und auch die Impulse, die von ihm für die Entwicklung der Regionen ausgehen, nicht richtig einschätzen können. Es ist jedoch festzuhalten, dass Interesse an der Via Alpina vorhanden ist.

 

Hüttenwirte fordern mehr Werbemaßnahmen

Die Mehrheit Befragten in den untersuchten Gemeinden ist davon überzeugt, dass die lokale Wirtschaft durch den neuen Weitwanderweg unterstützt werden kann und wünscht sich eine Steigerung der   wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Vor allem die Hüttenwirte fordern mehr Werbemaßnahmen, um die Bekanntheit des Weges zu erhöhen.

Die Hoffnung der Via Alpina, irgendwann ein regionaler Imageträger Tirols zu werden, wird aus jetziger Sicht noch belächelt – ein Problem mit dem auch viele andere heute erfolgreiche Projekte der Tourismuswirtschaft zu Anfang zu kämpfen hatten.

 

Natur ist der große Gewinner

Die lokalen Akteure entlang des Weitwanderweges sind sich durchaus bewusst, dass die Alpen eine einzigartige Landschaft sind. Während Pflege und Schutz der kulturellen Einrichtungen auf breite Zustimmung stößt, gehen beim Thema Naturschutz in vielen Gemeinden Tirols die Meinungen weit auseinander. 

Doch nicht nur Wirtschaft und Kultur, sondern auch die Natur könnte der große Gewinner dieser Initiative werden. Angesichts der möglichen Zunahme der Wanderer wurden keine Umweltbedenken geäußert. Hüttenwirte achten bereits auf die Umweltverträglichkeit ihres Betriebes. Die Via Alpina will mehr Menschen dazu bewegen, sich in der Natur aufzuhalten, was in den Augen vieler Befragter sehr förderlich ist.

 

 

Rückfragehinweis:

Prof. Dr. Axel Borsdorf
Institut für Geographie
LFU Innsbruck

Tel. 0512-507-5400
E-mail: axel.borsdorf@uibk.ac.at

 

 

 

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