Österreichweit einzigartiger englischsprachiger Debattierclub nimmt an europäischen Debattiermeisterschaften in Berlin teil

 

Der Debattierclub „Redefreiheit“ der LFU Innsbruck, gegründet im Herbst 2005, ist österreichweit einzigartig. Die Studierenden der LFU debattieren nämlich in drei Sprachen: Deutsch, Englisch und seit kurzem auch in Italienisch. Nun starten am Donnerstag, dem 23. März, zwei Teams zu den europäischen Debattiermeisterschaften nach Berlin – natürlich in englisch und als einzige Österreichische Teams.

 

„Dabei sein ist alles“, lautet das Motto der vier Innsbrucker Studierenden (Sabine Rainalter, Susanne Mair, Raimund Schmid und Reinhard Starnberger), die sich am Donnerstag erwartungsvoll auf den Weg nach Berlin machen. „Wie die ‚Exoten-Länder’ bei den olympischen Spielen“, fühlen sich die Debattanden der LFU Innsbruck, denn „dort werden versierte und traditionell starke Teams vertreten sein, wie z.B. die Oxford University, die das Spitzenfeld schon viele Jahre anführt“, erklärt Präsidentin und Gründerin Sabine Rainalter. „Jedoch gibt es die Unterscheidung zwischen first language und second language, und deshalb wächst unsere Chance schon wieder ein wenig“, ist die JUS-Studentin von den Qualitäten der Teams überzeugt.

 

Die Europäischen Debattiermeisterschaften sind eine Herausforderung für Debattierclubs europaweit, sich in freundschaftlichen Debatten untereinander zu messen. „Für uns stellen diese Meisterschaften vor allem eine wichtige Erfahrung dar“, erklärt Rainalter, die vergangenes Jahr mit der Cardiff Debating Society, anlässlich eines Erasmusjahres in Cardiff/Wales, beim Welsh Mace (Walisische Meisterschaften) mit ihrem Partner ins Finale kam: „Hier erleben wir, wie das Debattieren wirklich funktioniert. Wir können sicher noch viel von den ‚Profis’ lernen“, ist sie überzeugt.

 

Geschichtlicher Hintergrund

Ursprünglich kommen Debattierclubs aus dem angloamerikanischen Raum. Dort sind sie längst an jeder Universität etabliert. Österreichweit wird die Debattierkultur nur an der Universität Wien und Salzburg gelebt. Seit Anfang Oktober verfügt auch die LFU Innsbruck über den ersten Debattierclub. „Gedacht ist der Club als Arena für alle, die sich argumentativ und rhetorisch weiterbilden wollen“; erklärt Rainalter.

 

Multikulturelle Erfahrungen

Rainalter konnte erste Erfahrungen mit dem Debattieren während ihres Erasmusjahres in Cardiff sammeln. „Dort wurde mir bewusst, wie vorteilhaft sich solch ein Club auf das öffentliche Leben eines Studierenden auswirken kann“, erinnert sich Rainalter: „Er eröffnet die Möglichkeit viele interessante Menschen und unterschiedliche Kulturen kennen zu lernen“. Dies kommt vor allem bei den englischsprachigen Treffen zum Tragen.

 

 

Argumente statt Polemik

„Beim Debattieren ist eine gute Kritikfähigkeit ebenso erforderlich wie das schnelle Analysieren und Widerlegen von Argumenten. Es geht dabei nicht um plumpe Polemik. Entscheidend ist, wer die bessere Argumentation hat, um Unentschiedene auf seine Seite zu bringen“, beschreibt Rainalter ihr Handwerk. Jeden Montag debattiert sie in Englisch im allgemein anerkannten British Parliamentary System. Im deutschen Sprachraum ist die Offene Parlamentarische Debatte vorherrschend. Dieses System wird zu den deutschsprachigen Treffen jeden Donnerstagabend verwendet. Vor allem bei den deutschsprachigen Debatten ist das Publikum fester Bestandteil des Systems. „Darum freuen wir uns auch über Studierende, die nicht debattieren wollen, aber an den angekündigten Themen interessiert sind“, wirbt Rainalter. Seit kurzem wird auch die Debattiersprache Italienisch angeboten, „da wir an der LFU Innsbruck sehr viele Südtiroler Studierende haben und so der Bedarf gegeben ist“.

 

Erfolgreiche erste Treffen

Das Interesse für einen Debattierclub war an der LFU schon lange gegeben, nur die Initiative einer Gründung fehlte. Deshalb waren die ersten Treffen von „Redefreiheit“ auch äußerst erfolgreich. „Viele Interessierte haben schon bei uns vorbeigeschaut, die meisten kamen wieder“, freut sich Rainalter. Sowohl englischsprachige als auch deutschsprachige Studierende aus allen Himmelsrichtungen finden sich ein. „Wir haben vor allem viele begeisterte SüdtirolerInnen. Auch Studierende der Universität Notre Dame Indiana aus den USA haben schon zu uns gefunden“, so Rainalter hocherfreut über die Internationalität ihres Debattierclubs: „Jedoch sind wir noch keine eingeschworene Gemeinschaft. Wir freuen uns über jeden Neuzugang und über interessiertes Publikum. Bei jedem Treffen kommen neue Leute hinzu.“

 

Treffen:         Englisch: Montag, 20h GeiWi Turm 8. Stock Raum 40810

Deutsch: Donnerstag, 20h GeiWi Turm 8. Stock Raum 40810

Italienisch: jeden ersten Montag im Monat 20h

 

Informationen zu den Themen: http://www2.uibk.ac.at/debattierclub/termine/

 

 

 

Rückfragehinweis:

 

Manuela Rainalter

Büro für Öffentlichkeitsarbeit und Kulturservice

Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

 

Tel.: 0512 / 507 – 2593

        0664 / 812 50 34

Fax: 0512 / 507 – 2814

E-Mail: manuela.rainalter@uibk.ac.at