Höchste Auszeichnung im deutschsprachigen Raum an Prof. Peter Zoller

Prof. Peter Zoller, vom Institut für theoretische Physik, der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, erhält die „Max-Planck-Medaille 2005“ für theoretische Physik, der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Seine Forschungsschwerpunkte im Bereich der Quantenoptik und der Wechselwirkung von Laserlicht mit Atomen gelten als wichtige Schritte hin zur Realisierung des Quantencomputers.

 

Der 52jährige Wissenschafter Peter Zoller erhält den Preis für seine Arbeiten über ultrakalte Quantengase in optischen Gittern und für seine Vorschläge zur Implementierung von Quantencomputer mit kalten gespeicherten Ionen. Das Modell dieses Superrechners basiert auf der Wechselwirkung von Lasern mit kalten, in einer elektromagnetischen Falle gespeicherten, Ionen (Teilchen) und gilt als wichtiger Schritt hin zur Realisierung von Quantencomputern. Im Gegensatz zu den Bits herkömmlicher PC’s, für die nur die Zustände 0 oder 1 möglich sind, können die Qubits (kleinste Quanteninformationseinheit) eines Quantencomputers 0 und 1 gleichzeitig sein. Dies ermöglicht es, eine große Zahl von Berechnungen parallel auszuführen. Aufgaben, für die heutige Computer Tage benötigen, könnten so in Sekunden erledigt werden.

 

„Es freut mich ungemein, eine solche Ehrung aus dem Ausland zu erhalten. In diesem Preis sehe ich eine internationale Anerkennung auf höchster Ebene, aber auch ein Zeichen dafür, dass die Innsbrucker Physik es geschafft hat, eine internationale Sichtbarkeit zu erlangen“, freut sich Zoller. Er sieht den Preis nicht nur auf seine Person bezogen, sondern sieht sich auch als Teil eines Teams mehrerer Gruppen der Theoretischen und Experimentalphysik in Innsbruck. Das Projekt wird vom BM für Wissenschaft und Forschung, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie dem Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung unterstützt.

 

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), gegründet im Jahre 1845, ist die älteste und mit über 47.000 Mitgliedern die größte physikalische Fachgesellschaft weltweit. Sie widmet sich der Vermittlung von Physik in der Öffentlichkeit und verleiht Preise für herausragende Leistungen in der Physik. So ist die „Max-Planck-Medaille“ die höchste Auszeichnung der DPG für Leistungen auf dem Gebiet der theoretischen Physik. Sie wird für Beiträge vergeben, die sich an Max Plancks Werk anschließen. Der Innsbrucker Professor Peter Zoller reiht sich somit in eine Reihe außerordentlicher WissenschafterInnen ein. Nobelpreisträger wie Max Planck, Albert Einstein, Erwin Schrödinger, Otto Hahn oder Gustav Hertz zeigen, welchen Stellenwert dieser Preis in der internationalen Welt der Physik einnimmt. Am 6. März 2005 wird Kanzler Gerhard Schröder anlässlich der Frühjahrstagung der DPG die „Max-Planck-Medaille“ an Zoller überreichen.

 

Max Karl Ernst Ludwig Planck (* 23. April 1858 in Kiel; † 4. Oktober 1947 in Göttingen) war Physiker und wird als Begründer der Quantentheorie geachtet. Er studierte in Berlin und München Physik. 1879 promovierte er in München. Von 1885 bis 1889 lehrte Planck als Extraordinarius in Kiel an der Christian-Albrechts-Universität, von 1889 bis 1926 in Berlin. In dieser Zeit war er auch von 1905 bis 1909 Vorsitzender der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, ebenfalls in den Jahren 1915 und 1916. 1930 übernahm Planck die Leitung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Zu Ehren Plancks wurde diese Institution in Max-Planck-Gesellschaft umbenannt.

 

Rückfragehinweis:

Manuela Rainalter

Büro für Öffentlichkeitsarbeit und Kulturservice - Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

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