Schmelzwasser der Arktis verursacht globale Auswirkungen

Mitte November wurde in Reykjavik die Studie „Arctic Climate Impact Assessment“ (ACIA), erstellt von 300 WissenschafterInnen aus mehreren Ländern, der Öffentlichkeit präsentiert. Dr. Günter Köck, von der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, ist der einzige österreichische Mitautor dieses Berichts. Die Klimaerwärmung in der Arktis erfolgt doppelt so schnell wie bisher angenommen und bringt verheerende Folgen für die indigene Landbevölkerung der Arktis mit sich. Diese Entwicklung wirkt sich auch auf das globale Klima aus. Eine mögliche Änderung des Golfstromes kann das Klima in Europa erheblich verändern.

 

Die Erwärmung des Klimas, verursacht durch den Menschen, insbesondere durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen, schreitet offenbar viel schneller voran als bisher angenommen. Das Eis des   arktischen Ozeans hat in den vergangenen 30 Jahren um rund 990.000 Quadratkilometer abgenommen. Das entspricht etwa einer Fläche von Frankreich und Spanien zusammen. „Die Arktis erwärmt sich derzeit weit schneller, als der Rest des Globus“, erklärt Robert Corell, Vorsitzender des Forschergremiums.

 

In den vergangen 20 Jahren stieg der Pegel der Ozeane um fast acht Zentimeter, so die Studie. In weiteren hundert Jahren könnte sich der Meeresspiegel bis zu 90 Zentimeter erhöhen. Dies bringt Auswirkungen auf das globale Klima mit sich. Ein Anstieg des Meeresspiegels und mögliche Änderungen der Meeresströme wie beispielsweise des Golfstromes können das temperierte Klima in Europa stark verändern. Auch auf die Tier- und Pflanzenwelt wirkt eine Klimaänderung dieses Ausmaßes erheblich ein. So „führt die Klimaerwärmung z.B. bei Fischen zu erhöhter Schadstoffaufnahme und Stressbelastung“, erklärt Dr. Günter Köck, vom Institut für Zoologie und Limnologie, der Universität Innsbruck und Projektmanager der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Durch das Schmelzen des Meereises dehnen sich die Wälder und die Tundra Richtung Norden hin aus. Das erweitert die Möglichkeiten der industriellen Nutzung natürlicher Holzressourcen. Weniger Meereis eröffnet auch neue schiffbare Meereswege, die eine Ölförderung auf See erleichtern.

 

Einige Schäden sind bereits irreversibel, denn der Effekt der globalen Erwärmung durch Kohlendioxid, Methan und anderer Treibhausgase dauert nun schon Jahrzehnte lang an. Manche Schäden jedoch können durch das Einstellen umweltschädlicher Aktivitäten des Menschen, wie z.B. durch das Verwenden von Biotreibstoff für Autos, wieder reduziert werden.

 

Rückfragehinweis:

 

Manuela Rainalter

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Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

 

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