Ein Tor in die Zukunft
Neues Institut für Quantenoptik und
Quanteninformation (IQOQI) in Innsbruck

 

In Innsbruck wurde heute das neue Forschungsinstitut für Quantenoptik und Quanteninformation vorgestellt, das die Österreichische Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit den Universitäten Innsbruck und Wien und mit Unterstützung des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck eingerichtet hat. Der Bund investiert auf Empfehlung des Rats für Forschung und Technologieentwicklung in den nächsten drei Jahren 10 Mio. Euro in das Akademieinstitut. Stadt und Land tragen 3 Mio. Euro zur Erstausstattung bei. Die Universitäten beteiligen sich an den Personalkosten.

Forschung im internationalen Spitzenfeld

Die Forschungen im Bereich der Quantenoptik und der Quanteninformation sind das derzeit weltweit am stärksten expandierende Feld der Physik. In den vergangenen zehn Jahren haben hier Österreichische Forschungsgruppen an den Universitäten Innsbruck und Wien eine internationale Spitzenposition erreicht. Das neue Institut, unter dem Dach der Akademie der Wissenschaften und die Kooperation zwischen den drei Institutionen eröffnet hier eine völlig neue Dimension, da nun die vorhandenen Kapazitäten gebündelt werden und längerfristige Strategien verfolgt werden können. Damit wird das Institut für Quantenoptik und Quanteninformation die universitäre Forschung ergänzen und unterstützen und der Wissenschaft deutlich mehr Ressourcen bieten als dies an den Universitäten derzeit möglich ist. Konkret heißt das, dass ein solches „Center of Excellence“ Möglichkeiten schafft, auch Projekte mit höherem Risiko und weiterem Zeithorizont in Angriff zu nehmen, international geförderte Forschungsgelder einzuwerben und Kooperationen mit Industriepartnern einzugehen. Darüber hinaus bietet das Institut die Chance, die internationale Vernetzung deutlich zu verbessern: Es ist geplant, international führende Wissenschaftler für längere Zeiträume einzuladen und vor allem dem wissenschaftlichen Nachwuchs ein anregendes Umfeld zu bieten, um eigene neue Forschungsprofile zu entwickeln.

Zukunftsweisendes wissenschaftliches Profil

Die Quantenphysik beschäftigt sich mit fundamentalen physikalischen Grundfragen, wie der Existenz von Überlagerungszuständen oder der Verschränkung von Quantenzuständen und deren Bedeutung für Anwendungen. Die theoretische und experimentelle Forschung hat seit den Entdeckungen Max Plancks eine aufregende Entwicklung genommen, und die Wissenschaftler sind heute in der Lage, Quantensysteme aus Photonen, einzelnen oder wenigen Ionen und Atomen außerordentlich exakt zu kontrollieren. Die Hinwendung der Quantenphysik zur Informationstechnologie verheißt für die Zukunft vielversprechende Anwendungen, wie die Entwicklung von Quantencomputern, Quantenkryptographie oder Quantenmesstechnik. All diese Anwendungsbereiche werden durch den Einsatz von quantenphysikalischen Erkenntnissen revolutioniert. Ein Quantencomputer arbeitet mit verschränkten Quantenzuständen und verfügt im Prinzip über ein unvergleichlich höheres Potential als bisherige Rechenmaschinen. Die Quantenkryptographie könnte absolut sichere Kommunikation gewährleisten, und Messtechniken basierend auf der Quantentechnologie versprechen Genauigkeiten, die mit herkömmlichen Technologien unerreichbar sind.

Innsbruck als Hauptstandort

Das neue Akademieinstitut wird zwei Standorte haben, wobei vier Forschungsgruppen rund um die Professoren Rainer Blatt, Rudolf Grimm, Hans Briegel und Peter Zoller in Innsbruck und die Forschungsgruppe von Prof. Anton Zeilinger in Wien arbeiten werden. Um die Synergieeffekte vollständig auszunützen und die Kommunikation und den wissenschaftlichen Austausch zwischen beiden Standorten zu beflügeln, sind monatliche Fach-Kolloquien und einmal jährlich eine gemeinsame Klausurtagung geplant.
Das Institut für Quantenoptik und Quanteninformation wird räumlich auf dem Areal Technikerstraße, im derzeit im Bau befindlichen ICT-Technologiepark Universität Innsbruck in unmittelbarer Nachbarschaft zu den entsprechenden Universitätsinstituten angesiedelt werden. Damit bekommen die gemeinsamen erfolgreichen Anstrengungen der Universität Innsbruck, des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck die Ausbildungs- und Forschungsangebote und im Bereich der Informationstechnologie zu schaffen und auszubauen, eine zusätzlicher Facette.

Interesse der Wirtschaft

Da am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation neben der Grundlagenforschung wichtige Fragen auch technologischer Natur bearbeitet werden, wird langfristig auch stark mit der Unterstützung aus der Wirtschaft gerechnet. Auch hier ist Tirol durchaus eine gute Adresse, denn die Tiroler Gruppe der Österreichischen Industriellenvereinigung hat bereits vor Jahren die Chancen in diesem Bereich erkannt und die Forschung auf diesem Gebiet mit der „Institut für Quanteninformation Ges.m.b.H“ unterstützt und damit bereits eine weitreichende Hebelwirkung erzielt.

Große Chancen

Das Institut für Quantenoptik und Quanteninformation, als gemeinsames Projekt der Akademie der Wissenschaften, der Universität Innsbruck und der Universität Wien, wird Österreichs Rolle in diesem zukunftsweisenden Wissenschaftsbereich nachhaltig stärken. Von dieser Stärkung werden neben der Wissenschaft insbesondere auch die Österreichische Wirtschaft und Industrie langfristig profitieren, denn die Quantentechnologie ist die Technologie des 21. Jahrhunderts.

 

Kontakt:
Univ.-Prof. Rainer BLATT
Institut für Experimentalphysik
Universität Innsbruck
Technikerstrasse 25
A-6020 Innsbruck, Österreich
Tel.: +43-512-507-6350, (-2952, Fax)
Email: Rainer.Blatt@uibk.ac.at
Homepage: http://heart-c704.uibk.ac.at

 

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