Wichtiger Beitrag zur Südtiroler Autonomie

An der Universität Innsbruck wurde heute im Beisein prominenter Gäste wie dem ehemaligen österreichischen Justizminister Univ.-Prof. Hans Klecatsky und hochrangigen Vertretern der Südtiroler Justiz und Verwaltung das Lehrbuch „Grundzüge des italienischen Verfassungsrechts unter Berücksichtigung der verfassungsrechtlichen Aspekte der Südtiroler Autonomie“ vorgestellt. Mit ihrem Werk haben die beiden Autoren Roland Riz und Esther Happacher Brezinka eine wichtige Grundlage für die Bestandsaufnahme der Autonomie Südtirols geschaffen, auf der jetzt aufgebaut werden kann. Es handelt sich dabei um die erste umfassende Darstellung des italienischen Verfassungsrechts in deutscher Sprache.

Die Autoren Univ.-Prof. Dr. Roland Riz und Univ.-Ass. Dr. Esther Happacher Brezinka lehren und forschen im Rahmen des Studiums des Italienischen Rechts an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck. Dieses Studium ist eine in Europa einzigartige Einrichtung, die bereits vor zwanzig Jahren eine Entwicklung vorweg nahm, die der heutigen Vernetzung und Globalisierung entspricht: In enger Zusammenarbeit mit der Universität Padua wurde ein grenzüberschreitendes Studium entwickelt und angeboten, das deutsch- und italienischsprachige Juristen ausbildet und damit einen wesentlichen Beitrag zur Verbindung des deutschsprachigen und des italienischen Rechtsraumes leistet.

Der Bereich Italienisches Recht unterstreicht in besonderer Weise die Rolle der Universität Innsbruck als Landesuniversität für Südtirol und verkörpert geradezu die Brückenfunktion, die ihr schon auf Grund ihrer geografischen Lage im alpinen Raum zukommt. Im Rahmen dieses Schwerpunktes der Rechtswissenschaftlichen Fakultät sind eine Reihe wertvoller wissenschaftlicher Publikationen, z.B. Übersetzungen der maßgeblichen Gesetzesbücher, entstanden, deren Tradition das Buch „Grundzüge des Italienischen Verfassungsrecht“ nahtlos fortsetzt und erweitert.

Ein Schwerpunkt der Innsbrucker Rechtswissenschaft
Die „Grundzüge des Italienischen Verfassungsrechts unter Berücksichtigung der verfassungsrechtlichen Aspekte der Südtiroler Autonomie“ sind in zweifacher Hinsicht besonders beachtenswert. Zum einen vermitteln sie dem deutschsprachigen Leser einen kompakten Überblick über das aktuelle italienische Verfassungsrecht, das in den letzten Jahren von einschneidenden Veränderungen geprägt ist. Zum anderen stellt das Werk fachlich einen exzellenten Beitrag zur Weiterentwicklung der Südtiroler Autonomie dar: die Auswirkungen der jüngsten Reformen auf die Südtiroler Landesautonomie werden von Roland Riz prägnant dargestellt und durchleuchtet. Nicht vergessen werden darf der sprachliche Aspekt: durch seine Terminologie leistet dieses Lehrbuch einen dringend benötigten Beitrag zur Fortbildung und Konsolidierung der deutschen Rechtssprache in Südtirol. Es stellt somit einen besonderen Leistungsnachweis der Universität Innsbruck in einem Gebiet dar, in dem sie sich weiter profilieren kann und will.

Ausgewiesene Experten
Univ.-Prof. Dr. Roland Riz gehört zu den prominentesten Südtiroler Politkern und war Mitglied aller maßgeblichen Kommissionen zur Südtirol-Frage. Er lehrt seit über 30 Jahren italienisches Verfassungsrecht und Südtiroler Autonomierecht an der Universität Innsbruck und war Ordinarius an den Universitäten Modena, Padua und der Pontificia Universitas Lateranensis. Univ.-Ass. Dr. Esther Happacher Brezinka arbeitete jahrelang in der Südtiroler Landesverwaltung, ihre Lehr- und Forschungstätigkeit befasst sich vor allem mit Fragen des italienischen Verfassungs- und Autonomierechts auch im Hinblick auf die europäische Perspektive.


 

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