Barrieren bei der Euroschlüssel-Einführung

An der SoWi wurden die behindertengerechten Sanitäranlagen unlängst mit dem Euroschlüssel-System ausgestattet. Mit diesem europäischen Universal - Schlüsselsystem können Behinderteneinrichtung allgemein zugänglich gemacht werden. Kritisiert werden allerdings die bürokratischen Hürden bei der Vergabe der Schlüssel.

Der "Euroschlüssel" findet in mehreren europäischen Staaten bei der Ausstattung von öffentlich zugänglichen Behindertentoiletten und bei technischen Vorrichtungen, die mobilitätseingeschränkten Personen zur Verfügung stehen, Anwendung. In Deutschland beispielsweise bewährt sich dieses System bereits seit 1986. Im öffentlichen Bereich wie an Hochschulen, Universitäten, in Freizeiteinrichtungen und Kaufhäusern oder auf Autobahnen sind Behindertentoiletten mit dem "Euroschloss" ausgerüstet.

Vorrangiges Ziel dieser europäischen Initiative ist es, ein einheitliches Schließsystem zu schaffen, das den BenutzerInnen eine unkomplizierte und sichere Nutzung und Inbetriebnahme der entsprechenden Anlagen und Hilfsmittel garantiert. Der Einsatz und die Verwendung von unterschiedlichen Schlössern und Schlüsseln bei Behindertentoiletten, Treppenliften und bei Bedienungsvorrichtungen für das Öffnen von automatischen Türen ist für RollstuhlbenützerInnen wie für Personen, die in ihrer Gehfähigkeit eingeschränkt sind, oft mit großem organisatorischen Aufwand, Zeit und Mühe verbunden. Im diesem Sinne bietet das "Euro-Zylinderschloss" eine erhebliche Erleichterung.

Die Behindertenbeauftragte der Universität Innsbruck, Mag. Patrizia Egger, kritisiert die Vergabepraxis der "Euroschlüssel" als bürokratisch und diskriminierend. "Derzeit wird der Euroschlüssel bundesweit von einer einzigen Stelle mit Sitz in Wien vertrieben. Erhältlich ist der Euroschlüssel gegen einen Nachweis der Behinderung und der Angabe der Sozialversicherungsnummer bei der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation per Nachnahme für EUR 18,20 bzw. ATS 250. Im Sinne eines kundenfreundlicheren Vertriebes ist es unbedingt notwendig, dass der "Euroschlüssel" bei verschiedenen öffentlichen Stellen erhältlich ist. Dies erspart den Benützern bürokratische Um- und Irrwege. Zudem ist der dafür vorgesehene Preis zu hoch, da es noch immer viel zuwenig Behindertentoiletten gibt und noch längst nicht alle entsprechenden Anlagen und Vorrichtungen mit dem "Euro-Schließsystem" ausgestattet sind," so Egger.

An der Uni Innsbruck ist geplant, neben den Behindertentoiletten auch andere Einrichtungen und technische Hilfsmittel wie Treppenlifte, Lifte und automatische Türen mit diesem Schließsystem auszustatten. So ist der neue Treppenlift sowie die Eingangstür der Theologischen Fakultät seit kurzem mit dem "Euro-Schlüssel" bedienbar. Für Patrizia Egger erfüllt das einheitliche Schließsystem nur dann seine Funktion, wenn einerseits sichergestellt wird, dass es im öffentlichen Bereich flächendeckend Anwendung findet, und andererseits behinderte Personen den Euroschlüssel auf unkomplizierte Weise erhalten können.

Der "Euroschlüssel" ist derzeit unter folgender Adresse erhältlich:

Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation
Kennwort "Schlüssel"
Stubenring 2/1/4, 1010 Wien
Tel: 01 513 1533, Fax: 01 513 1533-150
E-Mail: dachverband@oear.or.at
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