Abschluss mit höchsten Ehren

Bundespräsident Dr. Thomas Klestil nimmt an der Promotion dreier Tiroler Universitätsabsolventen teil

Bundespräsident Dr. Thomas Klestil wird am Dienstag, den 16. Januar 2001 um 11:00 Uhr in der Aula des Universitätshauptgebäudes an der feierlichen Promotion der drei Tiroler Absolventen Dieter Jaksch (Physik), Alexander Rieder (Chemie) und Martin Paul Schennach (Deutsche Philologie, Französisch, Geschichte) teilnehmen und den herausragenden Studenten den Ehrenring für die "Promotio sub auspiciis praesidentis rei publicae" überreichen.

Die Promotion "sub auspiciis" ist eine spezifisch österreichische Form der Auszeichnung hervorragender Studienleistungen. In den Genuss dieser allerhöchsten Auszeichnung kommen nur JungdoktorInnen, die die Oberstufe mit Vorzug abgeschlossen, an der Universität jede Prüfung "sehr gut" bestanden, ihr Diplom- und Doktoratstudium mit "Auszeichnung" absolviert haben und denen darüber hinaus "ein auszeichnungswürdiges Verhalten an der Hochschule als auch außerhalb derselben" bescheinigt wird. Seit 1952 promovierten in Innsbruck bisher insgesamt 149 KandidatInnen unter den Augen des Bundespräsidenten.


Zu den Kandidaten:

Dieter Jaksch, 1970 in Innsbruck geboren, absolvierte die HTL für Nachrichtentechnik und Elektronik in Innsbruck und erhielt 1993 den Ingenieurtitel für Telekommunikation und Elektronik. Er studierte ab 1990 Physik an der Universität Innsbruck, wo er im November 1999 promovierte. Seine mit Auszeichnung abgeschlossene Diplomarbeit und Dissertation machte er am Institut für Theoretische Physik unter der Betreuung von Univ.-Prof. Dr. Peter Zoller, wo er auch als Vertragsassistent angestellt ist. Er beschäftigte sich in beiden Arbeiten mit der Bose-Einstein Kondensation, einer Ansammlung von mehreren 1000 Atomen bei extremer Kälte, die quantenmechanische Eigenschaften besitzen. Erst 1995 konnte dieser von den berühmten Physikern Satyendra Nath Bose und Albert Einstein vorausgesagte Zustand erstmals experimentell erzeugt werden und spielt nun eine wichtige Rolle für die Verwirklichung des Quantencomputers. Jaksch analysierte die Anwendungsmöglichkeiten solcher Kondensate für den Quantencomputer und sorgte für den theoretischen Background für weitere Experimente, die nun von international renommierten Instituten wie dem International Institute of Standards and Technology (NIST) in Gaithersburg (USA) aufgegriffen werden. Er trägt damit einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung von superschnellen Quantencomputern bei.

Alexander Rieder wurde 1969 in Schwaz geboren. Nach dem Besuch der Höheren Technischen Bundeslehranstalt in Jenbach für Betriebstechnik und Maschinenbau begann er 1989 das Studium der Chemie an der Universität Innsbruck, das er im Dezember 1998 mit dem Doktortitel abschloss. In seiner mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossenen Diplomarbeit und Dissertation, die er unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Bernhard Kräutler vom Institut für Organische Chemie durchführte, beschäftigte er sich mit dem Vitamin B12, das für die Produktion von roten Blutkörperchen und für den Fett-, Kohlenhydrat- und Nukleinsäurestoffwechsel notwendig ist. Rieder gelang es erstmalig, an das zentrale Kobaltatom des Vitamins B12 kurze DNA-Stränge anzubinden, wodurch er ein neuartiges Grenzgebiet der biologischen Chemie erschloss. Um die Struktur der neuen Verbindungen nachzuweisen, führte er in der Innsbrucker Chemie eine neue massenspektrometrische Messmethode ein. 1995 erhielt er für seine hervorragenden Studienleistungen den Würdigungspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Rieder arbeitet momentan bei der Firma DSM Fine Chemicals in Linz, wo er sich mit der Entwicklung eines Eisenchelators für medizinische Zwecke beschäftigt. Rieder ist auch ein ausgezeichneter Sportler: Er wurde 2000 Vizeweltmeister mit der Mannschaft im Berglauf, Vizestaatsmeister im Berglauf, und erkämpfte Bronze in der Duathlonstaatsmeisterschaft.

Martin Paul Schennach, 1975 in Innsbruck geboren, besuchte das Bundesgymnasium Sillgasse in Innsbruck. Er studierte ab März 1995 Komparatistik, Deutsche Philologie und Französisch und wechselte ein Jahr später von der Komparatistik zum Geschichtsstudium über. Zwei Studiensemester verbrachte er an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Nach nur 7 Semestern beendete er sein Studium mit der ausgezeichneten Diplomarbeit "Tiroler Bitt- und Beschwerdebriefe aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges" und erhielt 1998 den Würdigungspreis des Bundesministers für Wissenschaft und Verkehr für hervorragende Studienleistungen. In der Dissertation, die er unter der Betreuung von Univ.-Prof. Dr. Rudolf Palme (Institut für Österreichische, deutsche und Vergleichende Rechtsgeschichte) und Univ.-Prof. Dr. Josef Riedmann (Institut für Geschichte) in 4 Semestern abschloss, beschäftigte er sich mit der Tiroler Landmiliz und dem Söldnertum zwischen 1600 und 1650. Seit dem Wintersemester 1998/99 nimmt Schennach an einem dreijährigen Ausbildungskurs am Institut für Österreichische Geschichtsforschung teil. Seine Forschungsschwerpunkte möchte der junge Wissenschaftler auch weiterhin auf die Bereiche Rechtsgeschichte, Militärgeschichte und Tiroler Landesgeschichte der Frühen Neuzeit legen.

Alle Medienvertreter sind natürlich herzlich zu diesem Festakt am Dienstag, den 16. Januar 2001, um 11 Uhr in der Aula der Universität Innsbruck eingeladen.


Nach oben scrollen