Land Tirol zeichnet wissenschaftliche Spitzenleistung aus

Tiroler Landespreis für Wissenschaften 2000 an Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Wachter verliehen, den Förderungspreis des Landes Tirol für Wissenschaft 2000 erhält Frau Dr. Barbara Wirleitner

Der höchsten Wissenschaftspreis des Landes Tirol wird am 21. Dezember 2000 an Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Wachter vom Institut für Medizinische Chemie und Biochemie der Universität Innsbruck verliehen. Er erhält den mit 150.000,- ATS dotierten "Tiroler Landespreis für Wissenschaft" für sein außergewöhnliches wissenschaftliches Lebenswerk, vor allem für seine Pionierleistungen auf dem Gebiet der Pteridine, die eine wichtige Rolle im menschlichen Immunsystem spielen. Traditionsgemäß hat der Preisträger die Möglichkeit, einen Nachwissenschaftler für den "Förderungspreis des Landes Tirol für Wissenschaft" vorzuschlagen. Prof. Wachter entschied sich für Frau Dr. Babara Wirleitner in Anerkennung ihrer bahnbrechenden Arbeiten zur biologischen Bedeutung der unkonjungierten Pteridine.

Die Preisverleihung findet im Großen Festsaal des Landhauses statt. Nach der Würdigung des Preisträgers durch Prof. Dr. Ernst Bodner wird Landesrat Günther Platter den Landespreis an Herrn Prof. Wachter und den Förderungspreis an Frau Dr. Wirleitner überreichen.

Das wissenschaftliche Interesse von Helmut Wachter, 1929 in Landeck geboren, galt der Erforschung der Pteridine und ganz besonders dem Neopterin, das er als erster als Marker für den Aktivierungszustand des menschlichen Immunsystems entdeckte. Die Neopterinbestimmung, die heute weltweit auf dem Gebiet der AIDS-Forschung angewendet wird und in der Transplantationsmedizin bei der Früherkennung immunologische Komplikationen Einsatz findet, trägt auch dazu bei, die Infektionssicherheit der Bluttransfusionen zu verbessern. Nicht zuletzt seinen Forschungen ist es zu verdanken, dass durch die seit 1994 durchgeführten Neopterinbestimmungen Österreich als das Land mit der höchsten Sicherheit auf dem Gebiet des Bluttransfusionswesens gilt. Die Resultate seiner umfangreichen Forschungstätigkeit wurden in über 600 Publikationen in internationalen Fachzeitschriften und 8 Büchern veröffentlicht, auch wurden ihm 22 Patente erteilt. Darüber hinaus erntete er vielfältige nationale und internationale Anerkennungen: 1987 erheilt er das Ehrendoktorat der Naturwissenschaften der University of Aston in Birmingham, Großbritannien, 1988 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. 1992 folgte die Verleihung der Fritz-Pregl-Medaille durch die Österreichische Gesellschaft für Analytische Chemie, 1996 ehrte ihn das Land Tirol mit dem Ehrenzeichen. Prof. Wachter emeritierte im Jahr 1997.

Bei der Vergabe des Förderungspreises, dotiert mit 50.000 ATS entschied sich Prof. Wachter für die Nachwuchswissenschaftlerin Barbara Wirleitner "in Würdigung ihrer bisherigen Leistungen und als Motivation für ihre weitere wissenschaftliche Laufbahn." Frau Dr. Wirleitner, 1971 in Salzburg geboren und seit 1999 als Assistentin am Institut für Medizinische Chemie und Biochemie tätig, kam in ihren Untersuchungen der biologischen Bedeutung von Pteridine einen weiteren großen Schritt näher. In Zellkulturexperimenten konnte sie die Wirkung des Neopterin und chemisch eng verwandter Verbindungen auf den program-mierten Zelltod und die intrazellulären Signalübertragungswege nachweisen. Neuerlich wurde durch ihre Untersuchungen bestätigt, dass der erhöhte Neopterinpool auch bei der Entstehung verschiedenster Krankheiten beteiligt sein könnte.

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