Trends an der Universität Innsbruck

Entwicklungen der Studierendenzahlen im Wintersemester 1999/2000

Statistiken abrufbar unter http://studium.uibk.ac.at

Mag. Uwe Steger
Mag. Rosa Maria Reinalter-Treffer
Mag. Thomas Hanser
Innsbruck, am 11. November 1999

VORBEMERKUNG

Aufgrund der Universitäts-Studienevidenzverordnung 1997 (UniStEVO) müssen jetzt alle Personen erfasst werden, die an der Universität für mindestens ein Studium eine aufrechte Zulassung haben. Das heißt, wir müssen auch all jene erfassen, die sich nicht zurückgemeldet haben, deren Studium aber noch aktiv ist. Um aber eine Vergleichbarkeit zu erhalten, haben wir diese Zahl nur aufgeführt, dann aber immer mit den gemeldeten Studierenden/Studien gearbeitet. Es ist wichtig, zwischen der Zahl der Studierenden und der Zahl der betriebenen Studien zu unterscheiden, denn ein Studierender kann mehrere Studien betreiben. Alle Zahlen, die sich auf Fakultäten beziehen, betreffen Studien und nicht Studierende.

ALLGEMEINES

Die Gesamtzahl der Studierenden an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck ist im Wintersemester 1999/00 - nach einer "Verschnaufpause" von drei Jahren - erstmals wieder stärker gestiegen. Die Zuwachsrate liegt heuer bei +2,47% oder 709 Studierenden. Damit liegt die Gesamtzahl der in Innsbruck Studierenden nun bei 29.361. Studierende im Sinne der UniStEVO besitzt die Universität nunmehr 34.901. Ebenso steigt nach zwei Jahren auch die Zahl der Erstzugelassenen wieder. Die Steigerung beträgt 330 Studierende oder +9,3%. Damit wurden 3.859 Personen erstmals zum Studium an einer Universität zugelassen. Dazu kommen noch 372 Studierende, die bereits an einer ande-ren Universität in Österreich ein Studium begonnen haben und nun nach Innsbruck gewechselt sind. Das sind um 71 (oder 23,5%) mehr als im Vorjahr.

Die interessantesten Entwicklungen:

  • Erstmals studieren in Innsbruck mehr Frauen als Männer (14.764 zu 14.597).

  • Die größte Steigerungsrate liegt erneut auf der Medizinischen Fakultät (+9,5%). Damit sind heuer 724 Studierende im ersten Semester, das ist die größte Zahl Erstsemestriger, die es jemals an der Medizinischen Fakultät gegeben hat. Die im vergangenen Jahr neu eingerichtete Studienrichtung Zahnmedizin fällt dabei nicht sonderlich ins Gewicht, da sich hier ledig-lich 92 Studierende im ersten Semester befinden.

  • Die Rechtswissenschaftliche Fakultät verbucht einen Rückgang von -4%. Erstaunlich ist dabei aber, dass die Studienanfänger steigen. Da aber auch bei den Absolventen keine auffällige Steigerung erkennbar ist, heißt das, dass Rewi-Studierende irgendwann aus dem Studium aussteigen.

  • Die Geisteswissenschaftliche Fakultät verzeichnet einen Zuwachs von +5,7% oder 496 Studien und liegt damit auch deutlich über dem Trend.

  • Der Trend, mehrere Studien zu betreiben, ist minimal gestiegen. Im Durchschnitt betreibt derzeit jede/r Studierende 1,26 Studien. Die Daten zeigen aber, dass die Entscheidung zu einem zusätzlichen Studium nicht beim Studienbeginn, sondern erst im Laufe des Studiums getroffen wird.



AUSLÄNDERINNEN UND AUSLÄNDER

Insgesamt studieren im WS 99/00 7.494 Ausländerinnen und Ausländer in Innsbruck. Das sind 25,5% aller Studierenden und um 219 mehr als im vergangenen Jahr. Dabei spielt die Zahl der Südtirolerinnen und Südtiroler (4.538) wie immer eine sehr große Rolle, da sie mehr als die Hälfte aller "ausländischen" Studierenden darstellen. Ihre Zahl ist um 141 Personen oder 3,2% gestiegen. Das zweitgrößte ausländische Kontingent stellen die Studierenden aus Deutschland dar. Ihre Zahl ist um 49 Personen oder 4,6% auf 1.108 angestiegen.
Weitere 1.848 Studierende kommen aus 99 verschiedenen Staaten nach Innsbruck. Aus dem EU-/EWR-Raum sind dies 745 Studierende. Von außerhalb dieses Raumes studieren 1.103 Personen in Innsbruck. Davon kommen 660 ebenfalls aus Europa, aber außerhalb der EU/EWR, 122 aus Amerika, 176 aus Asien, 130 aus Afrika und 8 aus Australien und Neuseeland. 7 Studierende sind staatenlos oder ihre Staatsbürgerschaft ist ungeklärt.

VERTEILUNG WEIBLICHE - MÄNNLICHE STUDIERENDE

In Innsbruck studieren nun erstmals mehr Frauen als Männer (14.764 zu 14.597). Bei den Erstzugelassenen dominieren die Frauen auf der Medizin, der Natwi, der Geiwi und der Juridischen Fakultät. Lediglich auf der Theologie, der Technik und der Sowi haben mehr Männer als Frauen begonnen. Auf die gesamten Studierenden betrachtet, haben die Frauen auf der Geisteswissenschaftlichen (+2.837) und der Naturwissenschaftlichen Fakultät (+450) die Nase vorne. Auf der Medizinischen Fakultät ist das Verhältnis fast ausgewogen und auf den anderen Fakultäten studieren mehr Männer.

WOHER KOMMEN DIE ÖSTERREICHISCHEN STUDIERENDEN

Wir haben diesmal auch wieder ermittelt, woher die österreichischen Studierenden in Innsbruck kommen und diese Zahl mit den beiden vergangenen Jahren verglichen. Die Zahlen beruhen dabei auf den jeweiligen Heimatadressen der Studierenden.

Die Reihenfolge

WS 97 WS 98 WS 99

1. Tirol

12.959

14.237

14.538

2. Vorarlberg

3.102

3.462

3.497

3. Salzburg

1.290

1.544

1.598

4. Oberösterreich

1.246

1.419

1.467

5. Kärnten

301

342

348

6. Wien

221

277

288

7. Steiermark

153

192

224

8. Niederösterreich

102

151

155

9. Burgenland

15

18

23

Bei diesem Vergleich zeigt sich, dass die Zahlen im ungefähr gleichen Verhältnis zueinander steigen und dass auch die Verteilung der Studierenden aus den Bundesländern gleich bleibt.

FAKULTÄTEN

Mit Ausnahme der Rechtswissenschaftlichen (-4%) und der Technischen Fakultät (-0,78%), ist die Zahl der Studien an allen anderen Fakultäten gestiegen. Die Medizinische Fakultät ist wieder Spitzenreiterin mit +9,5%, gefolgt von der Geisteswissenschaftlichen Fakultät (+5,7%). Die anderen Fakultäten liegen in der Bandbreite des Trends: So verzeichnen die Theologie und die Natwi einen Zuwachs bei den Studien von +3,4% und die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät einen Anstieg von +3%.

Universitätslehrgänge
Die Universitätslehrgänge werden ein immer wichtigerer Faktor. An der Universität Innsbruck werden derzeit 18 Universitätslehrgänge angeboten, fünf davon heuer zu ersten Mal. Der jüng-ste Trend in diesem Zusammenhang ist der Abschluss mit einem Master of Advanced Studies (MAS), einem international anerkannten akademischen Grad. Dies trifft auch auf drei der fünf neuen Lehrgänge in Innsbruck zu.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Lehrgänge werden in Innsbruck als außerordentliche Studierende aufgenommen. Entsprechende akademische Grade werden nach erfolgreichem Abschluss durch die Fakultät verliehen, bei der der entsprechende Lehrgang angesiedelt ist. Interessant ist dabei auch, dass zwei der Kurse nicht direkt in Innsbruck, sondern in Schloss Hofen, Vorarlberg (Grundlagen der Psychotherapie) und in Klosterneuburg, Niederösterreich (Business Management) abgehalten werden. Gerade der Universitätslehrgang Business Management ist sehr interessant, weil er in einer Kooperation zwischen der Firma SAP und der Sowi-Fakultät organisiert wird. Im Studienjahr 1999/2000 haben 368 Personen ein solchen Lehrgang begonnen, das sind um 88 oder 31,4% mehr als im Vorjahr. Gesamt betreiben derzeit 684 Studierende einen Universitätslehrgang.

RESÜMEE

In ganz Österreich hat der Trend gewechselt und die Zahlen an den Universitäten steigen wieder. Innsbruck bildete in den vergangenen Jahren eine Ausnahme, weil hier, wenngleich auch sehr schwach, ein ständiges Ansteigen zu verzeichnen war. Nun liegt die Steigerung bei +2,47%. Nach wie vor zeigt sich, dass die "Wanderung" von anderen Universitäten nach Innsbruck anhält. Die Erklärung dafür liegt - wie auch in den vergangenen Jahren - wahrscheinlich in der überschaubaren Struktur und der relativ guten räumlichen Ausstattung. Dazu kommt, dass die Universität Innsbruck bei verschiedenen Rankings in den vergangenen Jahren immer relativ gut abgeschnitten hat. Trotz der massiven Bemühungen der Fakultäten und der Ärztekammer, Interessierte vor den Problemen auf dem Arbeitsmarkt nach einem absolvierten Medizinstudium zu warnen, hat die Medizin wie auch vor einem Jahr die höchste Steigerungsrate. Problematisch dabei ist, dass sich die Steigerungsrate nochmals mehr als verdoppelt hat und heuer 724 Studierende im er-sten Semester stehen. Dieser absolute Spitzenwert wird unweigerlich zu Problemen bei den Praktika führen. Anders als im letzten Jahr steigt die Zahl der Studienanfänger auf der Juridischen Fakultät heuer ebenfalls wieder. Auch hier scheinen die Warnsignale vom Arbeitsmarkt nur sehr kurzfristig gewirkt zu haben. Ein neuer Trend scheint sich bei den Universitätslehrgängen zu entwickeln, die nun vermehrt einen international anerkannten akademischen Abschluss anbieten.

Alle Statistiken können Sie jetzt auch auf den Seiten der Studienabteilung unter folgender Adresse aus dem Internet abrufen: http://studium.uibk.ac.at