Trends an der Universität Innsbruck

Entwicklung der Studierendenzahlen im Wintersemester 1989/99

VORBEMERKUNG

Seit Einführung des Universitätsstudiengesetzes (UniStG) gibt es eine neue Sprachregelung:

alt: Immatrikulation = neu: Zulassung

alt: Inskription = neu: Fortsetzung der Meldung des Studiums

Es ist wichtig, zwischen der Zahl der Studierenden und der Zahl der betriebenen Studien zu unterscheiden, denn ein Studierender kann mehrere Studien betreiben. Alle Zahlen, die sich auf Fakultäten beziehen, betreffen Studien und nicht Studierende.

ALLGEMEINES

Die Gesamtzahl der Studierenden an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck ist im Wintersemester 1998/99 wieder leicht um 0,6% (+ 183) auf 28.652 Studierende gestiegen. Die Zuwachsrate hat sich deutlich verlangsamt.

Interessant ist aber auch die Zahl der Neuzugelassenen. Die Zahl der "wirklichen" Studienanfänger sinkt nämlich von 3560 auf 3529 (- 31 oder -0,8%), wobei die Zahl derer, die erstmals in Innsbruck zum Studium zugelassen wurden (Neuzugelassene und Studienortwechsler), von 3.770 auf 3.830 (+50 oder +1,3%) stieg. Das bedeutet, daß es eine "Bewegung" von anderen Unistandorten nach Innsbruck gibt.

Die interessantesten Entwicklungen: ·

Neue Studienrichtung "Zahnmedizin": Die Studienrichtung Zahnmedizin haben 76 Studierende begonnen, wobei nur 12 davon Erstaufgenommene sind. Bei den anderen handelt es sich zum Teil um Studierende, die Medizin bereits abgeschlossen haben, gerade mit dem "Zahnärztlichen Lehrgang" beginnen und "vorsichtshalber" auch "Zahnmedizin" beginnen. Zum anderen Teil sind es Studierende, die "Zahnmedizin" zusätzlich zu einem Medizinstudium belegen. ·

Die größten Steigerungsraten liegen erneut auf der Medizinischen Fakultät (+4,4%) und auf der Naturwissenschaftlichen Fakultät (+1,3%), bei fast allen anderen Fakultäten liegt die Steigerungsrate unter 1%. Ausnahme: ·

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät verbucht einen Rückgang von -3,1%. Die Warnungen bezüglich der Berufssituation scheinen hier, ganz im Gegensatz zur Medizin, Früchte zu tragen. ·

Der Trend, mehrere Studien zu betreiben, pendelt sich auf einem Wert ein. Im Durchschnitt betreibt somit jede/r Studierende 1,25 Studien. Das trifft gleichermaßen auf Inländer und Ausländer zu.

AUSLÄNDERINNEN UND AUSLÄNDER

Insgesamt studieren im WS 98/99 7.275 Ausländerinnen und Ausländer in Innsbruck. Das sind 25,3% aller Studierenden und um 100 mehr als im vergangenen Jahr. Dabei spielt die Zahl der Südtirolerinnen und Südtiroler (4.397) wie immer eine sehr große Rolle, da sie mehr als die Hälfte aller "ausländischen" Studierenden darstellen. Ihre Zahl ist leicht um 48 Personen oder 1,1% gestiegen. Das zweitgrößte ausländische Kontingent stellen die Studierenden aus Deutschland dar. Ihre Zahl ist minimal um 4 Personen oder 0,38% auf 1.059 angestiegen. Weitere 1.819 Studierende kommen aus 100 verschiedenen Staaten nach Innsbruck, wobei jedoch der größte Teil aus dem EU-/EWR-Raum stammt.

VERTEILUNG WEIBLICHE - MÄNNLICHE STUDIERENDE

In Innsbruck studieren nahezu gleichviele Frauen wie Männer (14.101 zu 14.550). Auf der Geisteswissenschaftlichen und der Naturwissenschaftlichen Fakultät "dominieren" die Frauen, auf der Medizinischen Fakultät ist das Verhältnis fast ausgewogen und auf den anderen Fakultäten studieren mehr Männer.

WOHER KOMMEN DIE ÖSTERREICHISCHEN STUDIERENDEN

Erstmals haben wir heuer auch ermittelt, woher die österreichischen Studierenden in Innsbruck kommen. Diese Zahlen beruhen auf den jeweiligen Heimatadressen der Studierenden.

Die Reihenfolge:

1. Tirol: 14.237

2. Vorarlberg: 3.462

3. Salzburg: 1.544

4. Oberösterreich: 1.419

5. Kärnten: 342

6. Wien: 277

7. Steiermark: 192

8. Niederösterreich: 151

9. Burgenland: 18

FAKULTÄTEN

Mit Ausnahme der Rechtswissenschaftlichen Fakultät ist die Zahl der Studien an allen Fakultäten gestiegen. Die Medizinische Fakultät ist wieder Spitzenreiterin mit +4,49% gefolgt von der Naturwissenschaftlichen Fakultät (+1,34%). Die anderen Fakultäten liegen im Trend: So verzeichnet die Technik einen Zuwachs bei den Studien von + 0,83%, die Geisteswissenschaftliche Fakultät einen Zuwachs von +0,57%, die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät +0,48% und die Theologie +0,41%. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät hat einen Rückgang von -3,15% der Studien. Einer genauere Erklärung bedarf die Entwicklung der Studien bei "Fakultät unbekannt" (+4,84%). Erstens ist die Gesamtzahl dieser Studien mit ca. 2.000 relativ gering, somit schlagen zahlenmäßig auch kleinere Veränderungen statistisch relativ stark zu Buche. Im heurigen Semester ist es so, daß die Zahl derjenigen gestiegen ist, die ein Doktoratstudium in Innsbruck begonnen haben, jedoch einen Studienabschluß in einem Fach besitzen (z.B. Sinologie), das in Innsbruck nicht angeboten wird. Da die Grundlage der Zuordnung eines Doktoratstudiums zur Zeit noch das "Quellstudium" ist, werden solche Doktoratstudierende dann der Rubrik "Fakultät unbekannt" zugerechnet.

RESÜMEE

Entgegen des Trends an den meisten anderen österreichischen Universitäten steigt die Zahl der Studierenden in Innsbruck immer noch leicht an. Dies liegt einmal wohl an der Attraktivität des Studienortes. Bei nahezu allen Rankings schneidet die Universität Innsbruck als beste der drei "Volluniversitäten" (Wien, Graz, Innsbruck) ab. Hierfür spricht vor allem auch die Erkenntnis, daß ein größer werdender Teil von Studierenden nach einem Studienbeginn an einer anderen österreichischen Universität nach Innsbruck wechseln. Trotz der massiven Bemühungen der Fakultäten und der Ärztekammer, Interessierte vor den Problemen auf dem Arbeitsmarkt nach einem absolvierten Medizinstudium zu warnen, hat die Medizin wie auch vor einem Jahr die höchste Steigerungsrate. Anders ist dies bei den Juristen, hier zeigen die Warnungen vom Arbeitsmarkt gewisse Erfolge: Wie bereits im vergangenen Jahr sinkt die Zahl der Juristen, heuer sogar um -3,15%. Für die Studienrichtung Zahnmedizin erwartet man aufgrund der Erfahrungen in den nächsten Jahren eine Steigerung. Einmal könnte ein Effekt eintreten, daß, ähnlich wie bei BWL und IBWL, Studierende beide Fächer belegen. Außerdem erwarten wir auch in dieser Studienrichtung eine gewisse "Wanderbewegung" nach Innsbruck.

Alle Statistiken können Sie jetzt auch unter folgender Adresse aus dem Internet abrufen:

http://studium.uibk.ac.at

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