BEA - Ein Bibliotheks- und EDV- Arbeitsplatz für blinde und sehbehinderte Studierende

Verbesserte Studienbedingungen für blinde und sehbehinderte Menschen.

Seit kurzem verfügt die Universität Innsbruck über einen Computerarbeitsplatz, der mit speziellen technischen Hilfsmitteln ausgestattet ist, damit blinde und sehbehinderte Menschen selbständig daran arbeiten können.
Der nun vorhandene Computerarbeitsplatz ist in der Fakultätsbibliothek Theologie untergebracht und bietet blinden und sehbehinderten Menschen die Möglichkeit, selbständig in den Bibliothekskatalogen nach Literatur zu suchen. Diese kann dann mit Hilfe des Computers gelesen und bearbeitet werden. Den Kern der Ausstattung bilden zwei leistungsfähige Rechner, wobei der eine auf die Bedürfnisse der blinden, der andere auf die sehbehinderten Benutzer zugeschnitten ist. Der Blindenarbeitsplatz ist mit einer "Braillezeile" ausgestattet, die den Text auf dem Bildschirm Zeile für Zeile in Blindenschrift umwandelt. Als Ergänzung dazu stehen ein Scanner mit Sprachausgabe und ein Blindenschriftdrucker zur Verfügung. Der Arbeitsplatz für sehbehinderte Menschen hingegen ist mit einem großen Bildschirm und speziellen Vergrößerungsprogrammen ausgestattet. Daneben steht ein Lesegerät bereit, welches mittels einer Videokamera gedruckten Text vergrößert und auf einem Bildschirm wiedergibt. Durch die Anbindung an das Internet kann außerdem weltweit via Computer kommuniziert werden. Die Anregung, einen entsprechenden Arbeitsplatz einzurichten, kam vor gut einem Jahr von den betroffenen Studierenden selbst. Es bildete sich eine Projektgruppe zur Umsetzung dieser Idee.

Der Tiroler Blindenverband, engagierte Studierende, Vertreter der Universitätsbibliothek, des EDV- Zentrums und der Behindertenbeauftragte der Universität bildeten den Kern des kompetenten Teams. Dieses erstellte ein detailliertes Konzept, klärte Fragen der Finanzierung und wählte die Geräte aus. Durch die Unterstützung des Rektors Dr. Christian Smekal konnte sichergestellt werden, daß die anfallenden Kosten von rund 640.000,- Schilling je zur Hälfte von der Universität und von öffentlichen und privaten Sponsoren getragen wurden. Den Benutzern stehen zwei selbst betroffene Tutoren zur Seite, die die notwendigen Einschulungen vornehmen und beim Umgang mit den verschiedenen technischen Geräten helfen.

Durch die Errichtung dieses Arbeitsplatzes ist es nicht nur gelungen, die Studienbedingungen für blinde und sehbehinderte Studierende zu verbessern, sondern auch ein Zeichen dafür zu setzen, daß Menschen mit Behinderung an einer Universität gleichwertige Chancen erhalten.

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