Rektor Smekal kontert Minister Scholten

Die Äußerungen von Bundesminister Dr. Rudolf Scholten, Österreichs Universitäten verstünden sich als "geschützte Werkstätten" und seien nicht in der Lage aus ihrem "Elfenbeinturm" heraus die Bedingungen der Umwelt zu erkennen, hat der Rektor der Universität Innsbruck, Univ.-Prof.Dr. Christian Smekal, mit großer Verwunderung zur Kenntnis genommen.

Den Universitäten ist klar, daß sie - nicht nur unter dem Druck des Sparpaketes - ihre Strukturen überprüfen und in vielen Bereichen auch verändern müssen. Es sei aber für die Entwicklung der Universitäten in keiner Weise dienlich, wenn nun zwischen dem Bundesministerium für Wissenschaft, Verkehr und Kunst und den Universitäten ein Ping-Pong-Spiel mit Schuldzuweisungen begonnen werde.

Bisher sei - so Rektor Smekal - jeder Schilling und jeder Dienstposten, der an die Universitäten gelangt sei, vom Bundesministerium genehmigt worden. Der Entsendung von Finanzprüfern an die Universitäten können diese daher gelassen entgegensehen.

Rektor Smekal ist der Meinung, daß die Universitäten und das zuständige Bundesministerium die bevorstehenden schwierigen finanziellen Probleme und die Gestaltung der Universitäten in der Zukunft gemeinsam angehen müssen. Vor allem gehe es darum, in den Universitäten ein Klima der Zusammenarbeit zu erzeugen. Rektor Smekal appelliert an den Bundesminister, in der Bundesregierung die Bedeutung der Universitäten für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung moderner Industriestaaten zu unterstreichen und gemeinsam mit den Universitäten ein modernes und zukunftsweisendes Forschungs- und Bildungskonzept auszuarbeiten.

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