TRENDS AN DER UNIVERSITÄT INNSBRUCK

ENTWICKLUNGEN BEI DEN NEUINSKRIPTIONEN IM WINTERSEMESTER 1996/97

Statistik


VORBEMERKUNG
Es ist wichtig, zwischen der Zahl der Studenten und der Zahl der betriebenen Studien zu unterscheiden, denn ein Studierender kann mehrere Studien betreiben. Alle Zahlen, die sich auf Fakultäten beziehen, betreffen Studien und nicht Studierende.

ALLGEMEINES
Die Zahl der Inskribierten an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck ist im Wintersemester 1996/97 um 0,8% (232 Studierende) auf 27.924 gestiegen. Die Zuwachsrate ist damit deutlich geringer als in den vergangenen Jahren (WS 95/96 +3,6%). Dies bezieht sich aber nur auf die Gesamtzahl aller Studierenden, denn die Zahl der Neuimmatrikulierten liegt nur um 104 Personen unter der des letzten Jahres. (Im Detail sind im WS 96/97 3685 Personen neu immatrikuliert worden).

Die interessantesten Entwicklungen:
* Die größte Steigerungsrate liegt auf der Medizin (+5,4%)
* Starke Steigerung auf der Biologie, hängt mit den Beschränkungen an der Medizinischen Fakultät zusammen
* Die Zuwachsrate der Studien an der SoWi-Fakultät wiederum minimal (+0,8%)
* Zuwachs der Studien an der Geiwi ebenfalls gering (+1%), aber nach wie vor größte Fakultät (8.335 Studien)
* Anstieg Südtiroler (+5,1%) und Deutsche (+5,7%) größer als der allgemeine Trend
* Abnahme der Geiwi-Lehramtsstudien (-35%)
* Die Zahl der Studierenden aus Nicht-EU-Ländern steigt weiter, bleibt jedoch auf niedrigem Niveau (96/97 258, +19%)
* Steigerung der Absolventenzahl (+12%)

Jeder Studierende belegt im Schnitt 1,26 Studien. Somit liegt die Zahl der Studien um 26% höher als die Zahl der Studierenden. Interessant ist in diesem Zusammenhang der Vergleich der Statistiken (S.18, 19) man kann daraus erkennen, daß die meisten Studierenden erst im Laufe ihres Studiums weitere Fächer dazu inskribieren.

AUSLÄNDERINNEN UND AUSLÄNDER
Insgesamt sind im WS 96/97 6.897 Ausländerinnen und Ausländer in Innsbruck inskribiert (24,7% aller Inskribierten). Die Prozentzahlen divergieren dabei an den verschiedenen Fakultäten (S. 12-15). Man muß sich aber die Zahlen im Detail anschauen, da sonst ein falsches Bild entsteht.

Südtiroler
Die größte Gruppe unter den ausländischen Studierenden kommt aus Südtirol, sie bestimmt die gesamte Statistik. Ihre Anzahl hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Heute studieren 4149 Südtiroler in Innsbruck (60% aller ausländischen Inskribierten). Nach einem kleinen Einbruch im vergangenen Jahr ist diese Zahl heuer um 5,1% oder 202 Studierende gestiegen. Neuimmatrikuliert haben im WS 96/97 609 Südtiroler. Die Differenz ergibt sich aus der Fluktuation.

Deutsche
Zweitgrößte Gruppe sind die Deutschen, deren Zahl um 52 oder 5,7% auf 963 stieg (S. 1, 16). Da heuer aber insgesamt 235 Deutsche neu aufgenommen wurden, kann man sagen, daß viele Deutsche nur kurz in Innsbruck studieren. Sie warten entweder auf einen geeigneten Studienort in Deutschland oder absolvieren in Innsbruck nur einen Teil ihres Studiums. Bei Medizinern aus Deutschland ist es beispielsweise sehr beliebt, die Zwischenklinik in Österreich zu absolvieren, da hier in viel kürzere Zeit alle Praktika gemacht werden können.
Ein weiterer Aspekt hier ist die Tatsache, daß Theologen in Deutschland ein Jahr im Ausland absolvieren müssen. Österreich bietet sich dazu an, da hier keine Sprachbarriere besteht.

Andere
Im heurigen Wintersemester wurden insgesamt 3685 Studenten neu aufgenommen. Davon stammen 3427 aus Österreich oder anderen EU-Staaten. Aus weiteren 54 Staaten inskribierten 258 Studierende erstmals in Innsbruck (S. 8-11). Das entspricht einer Quote von 6%, die wieder höher ist als in den vergangenen Jahren.

FAKULTÄTEN
Mit Ausnahme der Theologie ist die Zahl der neu aufgenommenen Studien an allen Fakultäten gestiegen (S. 17-26).

Spitzenreiterin ist dabei die Medizinische Fakultät mit einem Plus bei den Studien von 5,4%, gefolgt von der Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur mit +2,9% und der Naturwissenschaftlichen Fakultät mit +2,6% (S.17). Der Zulauf an die Sozial- Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät stagniert etwas. Die Zuwachsrate beträgt nur mehr 0,8%, ebenso sieht es an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät aus (+1%).

Bei den Studien der Erstaufgenommenen führt die Natwi in absoluten Zahlen mit 792 erstaufgenommenen Studien vor der Geiwi (768) und der SoWi (745). (S.18). Der große Zuwachs auf der Natwi beruht wohl auch auf der Empfehlung an die Studienanfänger zu Medizin zusätzlich Biologie zu inskribieren, für den Fall, daß sie die Eingangsprüfung nicht bestehen.

ABSOLVENTEN
Im vergangenen Studienjahr haben 1938 Studierende ein Studium abgeschlossen. Das sind um 207 oder 12% mehr als im Jahr davor. Knapp 1/4 davon waren ausländische Studierende. (S. 27-29).

RESÜMEE
Auffallend ist, daß die Zahl der Neuaufgenommenen fast gleich groß ist wie im vergangenen Jahr, aber die Zuwachsrate stagniert. Dies ist auf das Steigen der Absolventenzahlen und eine größere Fluktuation zurückzuführen.

Ein großer Teil der österreichischen Universitätsabsolventen begann seine berufliche Laufbahn in den vergangenen Jahren im Öffentlichen Dienst, der momentan und wohl auch künftig nur in sehr eingeschränktem Maße zur Verfügung steht. Dadurch kommt es sicherlich zu einer stärkeren Belastung des Arbeitsmarktes.

Der Anteil der Nicht-EU/EWR- Studienanfänger steigt auf niedrigem Niveau an. Von diesen wiederum kommen ca. 217 (0,8% der Gesamtzahl aller Studierenden) aus Staaten der „Dritten Welt" und dem ehemaligen Ostblock. Es gibt zur Zeit keine Probleme mit der Quote, d.h., alle die ein Zulassung bekommen erhalten auch ein Aufenthaltsgenehmigung.

Bezüglich des Sparpaket können noch keine eindeutigen Trends abgelesen werden. Auffällig ist nur der starke Rückgang der Neuaufgenommenen beim Geiwi-Lehramt (-35%), was sicherlich auf die schlechten Berufschancen zurückzuführen ist. Die Wirkung des Sparpaketes wird wohl erst nächstes Jahr sichtbar werden.

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