STELLUNGNAHME DER UNIVERSITÄT INNSBRUCK ZUM SPARPAKET:

Hochschullehrer werden stärker belastet als alle anderen Gruppen. Bei der Beurteilung des Sparpakets müssen zwei Kategorien von Maßnahmen unterschieden werden:
- Maßnahmen, die die an der Universität tätigen Wissenschaftler als Person treffen und
- Maßnahmen, die die Leistungsfähigkeit der Universität als Institution betreffen.

Zur ersten Maßnahmenkategorie ist zu sagen: unsere Universitätslehrer sind selbstverständlich bereit, so wie andere Gruppen des Öffentlichen Dienstes beim Sparen mitzuhelfen. Sie verlangen hier keine Ausnahmen.

Die jüngst geplanten Gesetzesveränderungen zu Einsparungen in der Abgeltung von Lehrveranstaltungen belasten die Hochschullehrer allerdings noch einmal stärker als alle anderen Arbeitnehmer in Österreich. Sie führen - besonders im Bereich des akademischen Mittelbaues - zu Einkommensverlusten in der Höhe von bis zu 1 -2 Nettomonatsgehältern pro Jahr.

Damit ist für die meisten Bediensteten der Universität Innsbruck die Grenze des Erträglichen erreicht, für einzelne bereits überschritten. Proteste sind da nur zu verständlich. Wir fordern daher vom Dienstgeber, die geplanten Maßnahmen gemeinsam mit Vertretern der Hochschullehrer noch einmal zu überdenken und wenigstens die größten sozialen Härten zu beseitigen, selbst wenn dann die Belastungen für einige Gruppen an der Universität immer noch sehr schmerzlich sein werden, wäre es vorstellbar, dies im Tausch für langfristige strukturelle Verbesserungen in Kauf zu nehmen.

Angesichts dieser Vorleistungen ist es für die Universität Innsbruck jedoch undenkbar, weitere Einkommensverluste ihrer Bediensteten hinzunehmen. Dies würde nicht nur die Motivation der Mitarbeiter stark beeinträchtigen, sondern auch auch die Leistungsfähigkeit der Universität in vielen Bereichen in Frage stellen.

Die gegenwärtig schwerste Belastung der Universität als Institution sieht Innsbruck in der eklatanten Verschlechterung der personellen Ausstattung der österreichischen Universitäten. Ein typisches Beispiel dafür sind die Auswirkungen des Aufnahme-
stopps, die Institute und Fächer nach dem Zufallsprinzip treffen und Lehre wie Forschung massiv beeinträchtigen. Die Fluktuation im Bereich des Personals, die an Universitäten deutlich höher ist als anderswo ( im Jahr 1994 betraf sie die ca. 1100 Personen umfassende Gruppe der Universität- und Vertragsassistenten alleine mit 20%), können einzelne Institute völlig lahmlegen. Die Universität Innsbruck fordert den Gesetzgeber daher auf, im Bereich des Personals konkrete Sparziele vorzugeben, die dann von den Universitäten autonom einzuhalten sind.

Die Vertreter der Uni Innsbruck erinnern darüber hinaus zum wiederholten Mal daran, daß Österreich beim Hochschulpersonal im OECD-Vergleich im untersten Drittel rangiert. Hier wären eigentlich Verbesserungen dringend notwendig, zumal gerade der Wissenschaft die Aufgabe zukommt, die Grundlagen für gesellschaftlichen und technologischen Fortschritt zu bilden und somit Beschäftigung und Wohlstand in der Zukunft sichern.

Univ.-Prof. Dr. Christian Smekal Rektor

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