NOTMASSNAHMEN AN DER UNIVERSITÄT INNSBRUCK

Rektor Smekal richtet Krisenstab ein

Aufgrund des jüngsten Erlasses des Wissenschaftsministeriums, den Einstellungsstop weiter zu verschärfen und über den 30. April hinaus auszudehnen, hat Rektor Prof. Dr. Christian Smekal heute von seinem Notrecht Gebrauch gemacht und einen Krisenstab an der Universität Innsbruck eingerichtet.

„Es ist unverantwortlich", so Smekal, „daß trotz der wiederholten Zusagen von Minister Scholten, den Einstellungsstop mit 30. April zu beenden, nun wieder über Nacht ein gegenteiliger Erlaß des Ministeriums vorliegt."

Am vergangenen Freitag wurde die Personalabteilung seitens des Ministeriums angewiesen, alle Aufnahmegenehmigungen, die in Anbetracht der zugesagten Beendigung des Einstellungsstops vorbereitet wurden, zu stornieren. Diese Maßnahme ist vor allem deshalb äußerst problematisch, da mehrere Leute bereits entsprechende Zusagen in den Händen halten. Für Rektor Smekal ist diese Vorgangsweise unglaublich, „da einige davon ihre bisherige Stelle gekündigt haben und fest damit rechnen konnten, zum 2. Mai ihren Dienst an der Universität zu beginnen. Ihnen droht nun die Arbeitslosigkeit".

Ein Grund für die widersprüchliche Vorgangsweise des Ministeriums könnte darin liegen, daß die Erreichung der Sparziele nicht möglich erscheint. Smekal fordert daher eindringlich, die Einsetzung eines Krisenstabes im Ministerium an dem auch Universitätsvertreter beteiligt sind, um die Einsparungsmodalitäten gemeinsam mit den Universitäten festzulegen und nicht gegen diese zu operieren. „In der momentanen Situation ist es für die Universität Innsbruck völlig unmöglich", so Rektor Smekal, „den Lehrveranstaltungsbetrieb für das kommende Wintersemester zu planen, da es bisher keine genauen Zahlen zum Budget, zu den Lehraufträgen und den Planstellen gibt. Zudem kann man sich, wie der Anlaßfall zeigt, auf Aussagen aus Wien nicht mehr verlassen, da sich die Situation innerhalb von Tagesfrist verändern kann. Seriöses, ordentliches Arbeiten ist so nicht möglich."

Rektor Smekal hat von seiner Notkompetenz Gebrauch gemacht und an der Uni Innsbruck einen Krisenstab eingerichtet. Dieser Krisenstab wird nun täglich zusammenkommen, die aktuelle Lage besprechen und alle Informationen an Fakultäten und Institute weiterleiten. Darüber hinaus wird er ein Konzept erarbeiten, um auch unter den gegebenen Umständen den Studienbetrieb an der Universität Innsbruck im WS 96/97 aufrecht zu erhalten.

Smekal wird noch heute den Antrag bei der Österreichischen Rektorenkonferenz einbringen, sofort eine außerordentliche Sitzung einzuberufen, um die weiteren Maßnahmen abzustimmen.

Nach oben scrollen