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Internationaler Frauentag: Erste Abschlüsse des Master-Studiums „Gender, Culture and Social Change“

Seit dem Wintersemester 2010/11 kann an der Universität Innsbruck das interfakultäre, vierstemestrige Master-Studium „Gender, Culture and Social Change“ belegt werden. Am diesjährigen Internationalen Frauentag, dem 8. März 2013, werden die ersten beiden Abschlüsse dieses Studium gefeiert. Vergangenes Wintersemester waren 81 Personen für das Studium eingeschrieben.


Mit dem interfakultären Masterstudium „Gender, Culture and Social Change“ hat die Universität Innsbruck vor drei Jahren die Möglichkeit geschaffen, die gesellschaftliche Ordnungskategorie „Geschlecht“ in seinen engen Wechselwirkungen mit anderen sozialen und kulturellen Strukturen zu begreifen. Die ersten Studierenden haben ihr Studium nun abgeschlossen, die ersten beiden Absolventinnen sind Christine von Kreß und Laura Bielowski. Die gebürtige Schweinfurterin Christine von Kreß hat sich in ihrer Masterarbeit „Umgang mit dem ‚Fremden’. Eine kritische Auseinandersetzung mit Diskriminierungsstrategien im Diskurs über MigrantInnen anhand einer Diskursanalyse der Artikelserie ‚Die große Verschleierung’ der Zeitschrift ‚EMMA’“ mit dem Diskurs über Migrantinnen und Migranten beschäftigt. Die Innsbruckerin Laura Bielowski hat in ihrer Abschlussarbeit zur Protestgruppe „Femen“ geforscht. Die Masterarbeit trägt den Titel „Sexuell inszenierter Körper im politischen Aktivismus: zwischen Konstruktion und Dekonstruktion der Geschlechter am Beispiel der Femen“. Beide Absolventinnen haben für dieses Master-Studium an die Universität Innsbruck gewechselt, Christina von Kreß nach dem Bachelor-Abschluss in Dresden, Laura Bielowski nach einem Diplomstudium am MCI.

 

Geschlechterperspektive beleuchten

Das Masterstudium richtet sich unter anderem an Menschen, die an entscheidenden Positionen in der Wirtschaft, im Bildungsbereich, in der internationalen Politik, in den Medien oder in privaten Organisationen tätig sind. Sie können dieses Wissen nutzen, um in der Gestaltung der Zukunft nachhaltige Veränderungen zu bewirken. „Die Erfahrung hat gezeigt: Wird der Geschlechterperspektive keine Aufmerksamkeit geschenkt, kann das dazu führen, dass neue Ansätze zum Beispiel in der Bildungspolitik, auf dem Arbeitsmarkt oder auch im Management nicht wirklich greifen“, erklärt Mag. Elisabeth Grabner-Niel vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies der Universität Innsbruck. Seit seiner Gründung hat sich der Studiengang sehr erfolgreich entwickelt: Im vergangenen Wintersemester belegten 81 Studierende (70 Frauen, elf Männer) das Studium, davon befanden sich 45 Studierende im ersten Semester.

 

„Im Alltag ordnen wir unwillkürlich und quasi unvermeidlich die Menschen, mit denen wir es zu tun haben, in ‚weiblich’ bzw. ‚männlich’ ein. Stereotype Annahmen spielen dabei meist unbewusst eine bedeutende Rolle. Dies gilt auch über den Alltag hinaus, zum Beispiel in gesellschaftlichen, politischen, aber auch wissenschaftlichen Fragen“, sagt Elisabeth Grabner-Niel. Geschlecht steht in enger Wechselwirkung mit anderen sozialen und kulturellen Kategorien. Gesellschaftliche Widersprüche, soziale Unterscheidungen und Heterogenität in Migrationsgesellschaften sind eng miteinander verflochten und interagieren. So kämpfen Frauen, die aus bestimmten Ländern nach Österreich gekommen sind, nicht nur mit Benachteiligungen am Arbeitsmarkt, sondern auch mit anderen Vorurteilen, die stereotyp zu ihrer Beurteilung hervorgeholt werden.

 

Interfakultäres Studium

Eine Besonderheit dieses MA-Studiums ist sein interfakultärer Charakter: Der Master ist an der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie angesiedelt und wird unter Beteiligung der Fakultät für Bildungswissenschaften, der Fakultät für Betriebswirtschaft, der Fakultät für Volkswirtschaft und Statistik, der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät, der Philosophisch-Historischen Fakultät sowie der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck gestaltet.

 

Weitere Informationen:

http://www.uibk.ac.at/ma-gender/