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Medieneinladung

Tagung beleuchtet aktuelle Entwicklungen im Wirtschaftsstrafrecht

BAWAG-Prozess, Hypo Alpe Adria Verfahren sowie Korruptionsvorwürfe gegen namhafte Politiker haben in Österreich nicht nur die öffentliche Meinung geprägt: In einer rechtsvergleichenden Tagung an der Uni Innsbruck beschäftigen sich am 12. Dezember österreichische und italienische Juristen mit den strafrechtlichen Entwicklungen, die die großen Wirtschaftsverfahren mit sich brachten.


„Vor allem im Zuge der Rechtsinterpretation und –anwendung durch die Gerichte zeigt sich eine erschreckend große Bereitschaft, sich notfalls und gerade angesichts fehlender anderer geeigneter Maßnahmen über die Grenzen des Strafrechts hinwegzusetzen, um schnell Schuldige zu finden, und gegen diese mit der Härte der strafrechtlichen Sanktionen vorzugehen“, erklärt Ass.-Prof. Dr. Margareth Helfer vom Institut für Italienisches Recht der Uni Innsbruck. Eine grenzwertige täterfeindliche Auslegung der Strafrechtsnormen scheine sich hier nach und nach erfolgreich durchzusetzen – große Defizite seien insbesondere im Bereich der subjektiven Zurechnung bei Wirtschafsstraftaten (Delikten wie Untreue, Betrug, Amtsmißbrauch, Geldwäsche etc.) erkennbar, meint die Juristin, die die Tagung an der Uni Innsbruck gemeinsam mit Prof. Ronco von der Universität Padua organisiert.

 

Ziel der rechtsvergleichenden Tagung in Innsbruck ist es, diesen Wandel anhand von Beiträgen renommierter österreichischer und italienischer ExpertInnen zu erörtern und Antworten auf Fragen zu finden, die auch in anderen Ländern Europas und weltweit Gültigkeit beanspruchen können. Die Vorträge namhafer österreichischer und italienischer Juristen, die in Deutsch oder Italienisch simultan übersetzt werden, erörtern unter anderem die verschiedenen Formen des Vorsatzes, den Schädigungsvorsatz bei Untreue oder die strafrechtliche Erfassung der Geldwäscherei.

Den Vorsitz der Tagung führen die renommierten Professoren em. Univ.-Prof. Hon.-Prof. Dr. Roland Riz und em. Univ.-Prof. Hon.-Prof. Giuseppe Zuccalà.

 

Tagung: Die subjektive Zurechnung im Wirtschaftsstrafrecht. Ein Ländervergleich zwischen Italien und Österreich

Zeit: 12. Dezember, 09:30 – 17:00 Uhr

Ort: Archäologiemuseum, 3. Stock, Innrain 52, 6020 Innsbruck

Das detaillierte Programm der Tagung sowie die einzelnen Vortragenden finden Sie hier: http://www.uibk.ac.at/italienisches-recht/pdfs/tagungsprogramm-12.12.2012.pdf