Höhere Mathematik in großer Höhe

Die Ötztaler Alpen bilden derzeit die Kulisse für mathematische „Höhenflüge“. Im Universitätszentrum Obergurgl (1940 m) haben sich über 90 talentierte Mathematikerinnen und Mathematiker versammelt, um über klassische Fragestellungen der algebraischen Geometrie nachzudenken. Veranstaltet wird die vierwöchige Sommerschule vom renommierten, amerikanischen Clay Institute.

Das Clay Mathematics Institute (CMI) hat im Jahr 2000 millionenschwere Preise für die Lösung sieben großer mathematischer Probleme ausgelobt. Erst eine dieser Fragen konnte in der Zwischenzeit gelöst werden. Auf zukünftige Mathematikerinnen und Mathematiker wartet also noch viel Arbeit. Einige der vielversprechendsten Nachwuchsforscher auf diesem Gebiet tagen seit Anfang Juni im Universitätszentrum Obergurgl. Die 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 20 Ländern wurden aus einer großen Zahl von Bewerbern aus aller Welt ausgewählt und können sich vier Wochen lang auf Kosten des Clay Institute ganz ungestört mit höherer Mathematik beschäftigen. Täglich wird ihnen ein sechsstündiges Programm mit Vorlesungen, Diskussions- und Übungsgruppen geboten. Thema der Summer School ist die algebraische Geometrie. „Das ist ein sehr anspruchsvolles Forschungsgebiet mit weitreichenden Auswirkungen auf andere Bereiche der Mathematik“, sagt Prof. Herwig Hauser, einer der Organisatoren der Tagung. „Viele offene und wichtige Fragestellungen sind noch nicht beantwortet. Diese Veranstaltung soll einen starken Impuls für die aktuelle Forschung liefern sowie hervorragende junge Wissenschaftler in das Gebiet einführen und auf die selbständige Forschung vorbereiten.“

Obergurgl: Treffpunkt der Wissenschaft

„Für die österreichische Mathematik ist es eine große Ehre und Anerkennung, diese Veranstaltung organisieren und ausrichten zu dürfen“, sagt Herwig Hauser. „Das Universitätszentrum Obergurgl ist der ideale Ort für diese Summer School. Hier können sich die Leute gut kennenlernen, und wir werden im Universitätszentrum optimal versorgt.“ Die Universität Innsbruck betreibt das Universitätszentrum Obergurgl als internationales Forschungs-, Kongress- und Sportzentrum, in dem regelmäßig hochkarätig besetzte Tagungen aus allen Bereich der Wissenschaft stattfinden.

Ungelöste Probleme

Das Clay Mathematics Institute (CMI) hat seinen Sitz in Cambridge, Massachusetts, USA. Es wurde im September 1999 vom Stifterpaar Clay gegründet und erlangte Berühmtheit durch die im Jahr 2000 festgesetzte Liste von sieben bisher ungelösten Problemen der Mathematik - auch Millennium-Probleme genannt. Für deren Lösung hat das Institut ein Preisgeld von jeweils einer Million US-Dollar ausgelobt. Jedes Jahr führt das Clay Institute eine Summer School für vielversprechende Nachwuchsmathematikerinnen und -mathematiker durch, die in diesem Jahr erstmals in Österreich stattfindet.

 

 

 

 

 

 

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Solche geometrischen Flächen, sogenannte Singularitäten, versuchen die Forscher in Obergurgl mit mathematischen Formeln zu beschreiben und dann mit algebraischen Methoden als Projektionen von glatten Flächen zu interpretieren.

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Herwig Hauser

Die Leiter der Sommer School (v.l.): Prof. Orlando Villamayor von der Universidad Autónoma de Madrid, David Ellwood, Research Director am Clay Mathematics Institute, Prof. Josef Schicho vom Radon Institut und RISC, Universität Linz und Prof. Herwig Hauser von der Universität Wien und der Universität Innsbruck.

  Universitätszentrum Obergurgl
90 Jungforscher aus 20 Ländern widmen sich in der Ötztaler Bergwelt der höheren Mathematik.
  Universitätszentrum Obergurgl

 

Rückfragehinweis

Dr. Christian Flatz
Universität Innsbruck
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 512 507 32022
Mobil: +43 676 872532022
E-Mail: christian.flatz@uibk.ac.at

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