Grenzüberschreitende Winter School zu Föderalismus und Minderheitenrechten

Föderalismus und Minderheitenschutz stehen im Zentrum der 3. Winter School on Federalism and Governance, die von der Universität Innsbruck in Kooperation mit der EURAC Bozen veranstaltet wird.

Vom 6. – 10. Februar ist die Universität Innsbruck wieder Gastgeberin für 30 NachwuchsforscherInnen und postgraduale Studierende aus 24 Nationen, die im Rahmen der Winter School eine Weiterbildung auf höchstem Niveau absolvieren. Die TeilnehmerInnen wurden aufgrund von Exzellenzkriterien aus 246 Anmeldungen ausgewählt. „Die Besonderheit dieses grenzüberschreitenden Lehreprojekts liegt in der interdisziplinären Verbindung von Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft, in der Internationalität der Teilnehmer und der Lehrenden sowie in den zwei Austragungsorten Innsbruck und Bozen“, erklärt Prof. Anna Gamper vom Institut für öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre der Universität Innsbruck, eine der InitiatorInnen der Winter School, die Gründe für den großen Ansturm.

Föderalismus als Chance für Tibet?

Ein Schwerpunkt der diesjährigen Winter School und auch die Public Lecture beschäftigt sich mit der Tibetfrage und Chinas Umgang mit Minderheitenschutz. „Chinas Formalverfassung verankert den Vielvölkerstaat und sogar minderheitenschutzrechtliche Bestimmungen einschließlich der Möglichkeit der regionalen Selbstverwaltung. In der Realverfassung wird dieser jedoch gerade in Bezug auf Tibet nicht verwirklicht“, erklärt die Verfassungsjuristin Gamper. Von einem Autonomiemodell oder Föderalismus, wie er sich für multikulturelle und multiethnische Staaten als langfristige Lösung bewährt hat, ist China noch weit entfernt, so die Expertin. „Mit Prof. Joshua Castellino von der Middlesex University in London und Prof. Michael C. Davis von der University of Hong Kong ist es uns gelungen, zwei ausgewiesene Experten in diesem Bereich für die Public Lecture zu gewinnen“, freut sich Gamper.

Grenzüberschreitendes Projekt

Die „Winter School on Federalism and Governance“, die von 6. bis 17. Februar 2012 stattfindet, wird von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät und der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck gemeinsam mit dem Institut für Föderalismus- und Regionalismusforschung der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) organisiert.

Dieses grenzüberschreitende Projekt basiert auf einer Rahmenvereinbarung zur Kooperation zwischen der Universität Innsbruck und der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) und steht unter der Schirmherrschaft des Generalsekretärs des Europarates sowie der Länder Tirol, Südtirol und Trentino.

Informationen:

Zeit:

  • 6. – 10. Februar an der Universität Innsbruck
  • 13. – 17. Februar an der EURAC Bozen

Public Lecture :

“CHINA: THE CHALLENGE OF FEDERALISM AND MINORITY RIGHTS?”
Speakers: Prof. Joshua Castellino – Middlesex University, London, UK Prof. Michael Davis – The University of Hong Kong, China
Moderator: Dr. Günther Cologna – European Academy Bolzano/Bozen (EURAC), Italy
Zeit: Donnerstag, 9. Februar, 19:00 Uhr
Ort: Hörsaal 1, SoWi

Auf Anfrage können Interviewtermine mit Prof. Joshua Castellino und Prof. Michael Davis vereinbart werden.

 

Rückfragehinweis:

Prof. Anna Gamper
Institut für öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre
Universität Innsbruck

Tel. : 0512/ 507 8224
Mail : anna.gamper@uibk.ac.at