elementar
Männer in der pädagogischen Arbeit mit Kindern

Forschungsprojekt 2008-2010

In den letzten Jahren wächst das Bewusstsein dafür, dass Männer für die Entwicklung von Kindern wichtig sind. Die Diskussion darüber beschränkt sich allerdings meist auf die Bedeutung der Väter für ihre Kinder. Werden Kinder in Betreuungseinrichtungen aufgenommen, haben sie es zumeist nur mit Frauen zu tun, denn hier sind Männer kaum zu finden. Der Anteil männlicher Kinderbe-treuer liegt in den meisten europäischen Ländern unter fünf Prozent. In Österreich liegt er mit weni-ger als einem Prozent noch weit unter dem EU-Durchschnitt.

Zum Thema Männer in Kinderbetreuungseinrichtungen gibt es bislang nur wenig Literatur und kaum empirische Forschung. Am Institut für psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung der Universität Innsbruck wurde daher ein bundesweites Forschungsprojekt durchgeführt, dass die Ausbildung und die Berufswege von Männern im Bereich der Elementarpädagogik in Österreich untersuchte.
Im Rahmen des Forschungsbereichs Public Fathers – Männer in erzieherischen und sozialen Be-rufen erforschte eine Gruppe von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen Lebenswege, Motive und Erfahrungen von Männern in Kinderbetreuungseinrichtungen:

  • Wie viele Männer sind in österreichischen Betreuungseinrichtungen tätig bzw. lassen sich als Betreuer bzw. Kindergartenpädagogen ausbilden – und was für Männer sind das?
  • Wofür brauchen Kinder männliche Pädagogen? Gibt es eine spezifisch „männliche“ Art der pädagogischen Arbeit mit Kindern? 
  • Wie gehen Männer mit Widersprüchen und Konflikten zwischen der angeblich „typisch weiblichen“ Tätigkeit der Kinderbetreuung und ihrer männlichen Identität um? 
  • Was kann getan werden, um Männer zu qualifizieren und den Anteil männlicher Fachkräfte in der Betreuung, Erziehung und Bildung kleiner Kinder zu erhöhen?

Mit Fragebögen und qualitativen Interviews wurden die Perspektiven von Schüler/innen vor der Berufswahlentscheidung, Schüler/innen in der Ausbildung sowie Fachkräften aus der pädagogischen Praxis in Kinderbetreuungseinrichtungen erhoben.

Die Studie versteht sich als eine der wenigen universitären Forschungsleistungen in Österreich zum bislang vernachlässigten Forschungsbereich Frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreu¬ung. Qualität in der frühkindlichen Erziehung und Betreuung hängt von gutem Personal und einer hohen Qualität der Ausbildung ab. Wie der OECD-Report Starting Strong II hervorgehoben hat, braucht es dazu Strategien zur Rekrutierung und zum Erhalt eines gut ausgebildeten, gemischt¬geschlechtlichen (!) Personals (OECD 2006).

Die professionelle Zusammenarbeit von Männern und Frauen ist ein wichtiger Baustein der Quali¬tätsentwicklung von Kinderbetreuungseinrichtungen. Dazu leisten wir mit diesem Projekt einen Beitrag. Wenn Sie mehr wissen möchten oder uns bei der Projektarbeit unterstützen möchten:
Wir freuen uns über Ihr Interesse!

Email: psyko@uibk.ac.at
Web:  http://www.uibk.ac.at/psyko/forschung/elementar

 

Projektleitung Univ. Prof. Dr. Josef C. Aigner 
Mitarbeiter/innen  Dr. Tim Rohrmann 
Mag. Bernhard Koch
Mag. Tessa Zeis
Mag. Gabriele Schauer
Mag. Barbara Strubreither
 
Projektberatung/
ergänzende Mitarbeit 
 
Univ. Assist. Dr. Gerald Poscheschnik 

 

PDF IconAusführliche Projektbeschreibung (111 KB)