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Risiko Management in der interorganisationalen Zusammenarbeit staatlicher Institutionen mit privaten Unternehmen am Beispiel der Norwegischen Ölindustrie

Internationale Forschungskooperation zwischen Lene Jorgensen (Stord/Haugesund University, Norwegen), Silvia Jordan (London School of Economics and Political Science, Großbritannien) und Hermann Mitterhofer (Universität Innsbruck, Österreich)

Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Erforschung von Kommunikationsprozessen in der inter-organisationalen Zusammenarbeit im Bereich der Hochrisikotechnologie. Vor dem Hintergrund schwerwiegender Unfällen wie der Ölpest im Golf von Mexiko oder den katastrophalen Folgen des verheerenden Tsunami in Japan wird am Beispiel der norwegischen Ölindustrie der Umgang mit Risikotechnologien in den beteiligten staatlichen wie privaten Organisationen erforscht. Schwerpunkte dabei sind zum einen unter anderem die Analyse des konkreten Einsatzes von sogenannten Risiko-Matrizen. Dabei handelt es sich um Instrumente, die in projektiver Absicht statistisch-mathematische Verfahren mit symbolischen Zusatzmarken kombinieren, um ein mögliches Risiko einschätzen zu können. Der Einsatz dieser Instrumente und die damit verbundene Interaktion der Beteiligten werden in situ erforscht, das heißt, während der inter-organisationalen Meetings selbst. Zum anderen wird die historische Genese dieser und anderer Risikoeinschätzungs-Instrumente im Kontext des Risiko-Managements diskurs-historisch im Rahmen einer kritischen Theorie des „Normalismus“ auf seinen letztlich symbolischen Gehalt hin untersucht. Ziel des Projekts ist also, das konkrete Zusammenspiel von AkteurInnen zu erforschen, in deren Tun (performance) sich historisch entstandene Diskurse aktualisieren (perfomativity), die sich dadurch selbst wiederum verändern. Theoretisch verortet sich die Kooperation u.a. zwischen den Ansätzen von Karl Weick (sense-making und sense-giving) und der Diskurstheorie wie sie im Anschluss an Michel Foucault entwickelt wurde (Jürgen Link, Norman Fairclough).