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Psychoanalytische Erziehungs- und Bildungswissenschaft (Abgeschlossene Projekte)

 

"Innsbrucker Wirkungsstudie" (W-INN)

Das Projektteam am Institut für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung der Universität Innsbruck (Leitung von Univ. Prof. Dr. Josef Aigner) hat sich zum Ziel gesetzt, im Rahmen einer Pilotstudie erste differenzierte Hinweise auf die erzieherische Wirkung männlicher Kindergartenpädagogen und das pädagogische Zusammenspiel von männlichen und weiblichen KindergartenpädagogInnen zu untersuchen. Die geplante Studie ist weltweit eine der ersten Erhebungen zu diesem Thema. Uns interessiert dabei vor allem, ob und inwiefern die Kinder von den Beziehungsangeboten der pädagogischen Fachkräfte unterschiedlichen Geschlechts profitieren können.

Um die Auswirkungen der Präsenz und Involviertheit von männlichen und weiblichen Kindergartenpädagogen auf die von ihnen betreuten Kinder zu untersuchen, werden deren Kommunikationsverhalten, ihr Spiel- und Interaktionsverhalten mit dem Kind sowie die durch sie repräsentierten Lern- und Erlebensinhalte erfaßt und in Beziehung zu korrespondierenden Aufforderungshaltungen und spezifischen Entwicklungsprozessen von Kindern beiderlei Geschlechts gesetzt.

Die Studie basiert auf einem multimethodalen Studiendesign: neben offenen videographierten Verhaltensbeobachtungen der Pädagoge/in-Kind-Interaktionen kommen standardisierte Fragebögen (Befragung der pädagogischen Fachkräfte und der Eltern), Fremdbeurteilungsverfahren des Kindes sowie projektive Testverfahren zum Einsatz.

Die Studie wurde von November 2010 bis November 2012 durchgeführt und von der Männerpolitischen Grundsatzabteilung des Österreichischen Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) mitfinanziert.

Mitarbeiter_in: Univ.-Prof. Josef Christian Aigner (Projektleitung), Mag. Mag. Laura Burkhardt, Dipl.Psych. Dr. Johannes Huber, Mag. Dr. Gerald Poscheschnik, Mag. Dr. Bernd Traxl

 


 

Elementar – Männer in der pädagogischen Arbeit mit Kindern

(FWF Projekt P20621-G14, 2008 - 2010)

Kinder im Kindergarten haben es zumeist nur mit Frauen zu tun: Der Anteil männlicher Fachkräfte im Elementarbereich liegt in den meisten europäischen Ländern unter fünf Prozent, in Österreich mit etwa ein bis zwei Prozent im EU-Durchschnitt. Bislang gab es zu diesem Thema international nur wenig, in Österreich überhaupt keine empirische Forschung.

Am Institut für psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung der Universität Innsbruck wurde daher von 2008 bis 2010 ein Forschungsprojekt durchgeführt, das Lebenswege, Ausbildungserfahrungen, Einstellungen und Praxiserfahrungen von Burschen und Männern im Bereich der Elementarpädagogik umfassend und differenziert untersuchte.

Mit einem multimethodalen Forschungsdesign, das qualitative und quantitative Verfahren umfasste, wurden männliche und weibliche Schüler an Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik sowie männliche und weibliche Fachkräfte in Kindertagesheimen befragt. Angestrebt wurde eine Vollerhebung der männlichen Schüler und Fachkräfte. Darüber hinaus wurden mit kleineren Stichproben Befragungen von Schülerinnen und Schülern in der Berufsorientierungsphase sowie von Eltern durchgeführt.

Die Ergebnisse belegen insgesamt eine breite Zustimmung zu männlichen Pädagogen im Kindergarten in allen Befragtengruppen. Sie zeigen Burschen und Männer als kompetente und engagierte Fachkräfte und geben Hinweise auf die Bedeutung des Geschlechts von Bezugspersonen in der frühen Bildung. Sie belegen aber auch spezifische Schwierigkeiten und Barrieren, die es Burschen und Männern erschweren, eine Perspektive im Arbeitsfeld der Bildung und Betreuung von Kindern zu entwickeln.

 

Forschungsförderer: FWF (Fond zur Förderung wissenschaftlicher Forschung)

Laufzeit des Projekts: 2008 – 2010