Kurzüberblick über Begriffe der sexualisierter Diskrimminierung

Sexualisierte Diskriminierung kann verschiedene Formen annehmen. In diesem Bereich wollen wir einen Überblick über verschiedene Begriffe geben und welche Definitionen und Sichtweisen hinter bestimmten Begriffen stecken. Dabei versuchen wir eine möglichst kurze Definition zu geben, was dazu führt, dass wir oft vereinfachen und wichtige Aspekte der Begriffe ausblenden müssen. Für eine weiterführende und tiefgründigere Beschäftigung mit diesen Begriffen haben wir Quellen verlinkt.

 

Catcalling Mit diesem Begriff wird das übergriffige, unangemessene Kommentieren, Rufen oder Pfeifen von Männern gegenüber Frauen und Mädchen in der Öffentlichkeit bezeichnet, die zumeist mit Anspielungen auf das Aussehen und den Körper der Frauen einhergehen. Die meisten Frauen erleben es als unangenehm und unangebracht, damit ist das Catcalling auch eine Form der verbalen sexuellen Belästigung.
Sexismus Sexismus kann als Oberbegriff beziehungsweise hierarchisierende Ideologie verstanden werden. Sexismus bezeichnet die systematische Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts und umfasst neben spezifischen Verhaltens- und Umgangsweisen auch Einstellungen und institutionalisierte Formen von Benachteiligung. Wurde als Analogie zu Rassismus im Rahmen der US-Amerikanischen Frauenbewegung geprägt
Sexistische Strukturen Sind Strukturen die sexualisierte Diskriminierung reproduzieren und zulassen bzw. ermöglichen.
Sexualisierte Diskrimminierung bzw. Sexualisierte Belästigung Bezieht geschlechtsbezogene Machtverhältnisse und Strukturen mit ein und thematisiert damit, dass sexuelle Belästigung auch instrumentell als Mittel der Machtausübung genutzt werden kann. Sexualität stellt häufig nicht die Hauptkomponente in der Handlung dr, sondern sie dient lediglich als Mittel, als Instrument zur Machtsicherung 
Sexualisierte/Geschlechterbezogene Gewalt Handlungen mit sexuellem Bezug ohne Einwilligung oder Einwilligungsfähigkeit der betroffenen Person. Durch den Fokus auf "Gewalt" wird zudem der Fokus darauf gelegt, dass die jeweiligen Täter:innen vorsätzlich handeln und durch ihre Handlungen psychische und teils physische Verletzungen verursachen
Sexuelle Belästigung Bezeichnet eine spezifische Form von Sexismus und ist (arbeits)rechtlich definiert und geschützt. Der Begriff wird in der geschlechterbezogenen Forschung kritisch gesehen, da die individuelle Betroffenheit von Personen in den Fokus gestellt wird und der Ausdruck "sexuell" suggeriert, dass es bei Belästigungen um Sexualität "an sich" geht. Daher wird der Begriff "Sexualisierte Diskriminierung" vorgezogen.
Intersektionale sexualisierte Diskrimminierung Bezeichnet den Prozess, dass bei sexualisierter Diskriminierung insbesondere Personen betroffen sind, die verschiedenen anderen Diskriminierungsformen wie Rasismus, Homophobie oder Ableismus ausgesetzt sind. 
LGBTQIA* Die aus dem Englischen stammende Abkürzung für die Wörter "Lesbian", "Gay" "Bisexual", "Transsexual/Transgender", "Queer", "Intersexual" und "Asexual". Da ihre sexuelle Orientierung oder ihr Geschlecht(srolle) von der Anschauung der Heteronormativität abweicht sind sie oftmals zusätzliche Diskriminierung und Ablehnung ausgesetzt.
Traditioneller Sexismus Traditioneller Sexismus geht mit einer stereotypkonformen Betonung von Geschlechterunterschieden und der Minderwertigkeit von Frauen* (relativ) zu Männern und der Befürwortun herkömmlicher Geschlechterrollen einher.
Moderner Sexismus Moderner Sexismus, auch subtiler oder Neosexismus, zeichnet sich aus durch ein Abstreiten, dass sexuelle Diskriminierung weiterhin als Problem besteht, Feindseligkeit gegenüber Frauengruppierungen und durch den Glauben daran, dass Regierung und Medien sich zu sehr mit Maßnahmen für Frauen beschäftigen.
Hostiler Sexismus Im hostilen Sexismus wird eine negative Sichtweise von Frauen verkörpert und richtet sich vorallem gegen nicht-traditionelle Frauentypen wue Feministinnen und "Karrierefrauen"
Benevolenter Sexismus Benevolenter Sexismus vertritt subjektiv wohlwollende, aber geschlechterrollenkonforme
Zuschreibungen: Frauen werden beispielsweise als warmherziger, liebevoller und
taktvoller als Männer beschrieben. Frauen werden Hilfsangebote gemacht, mit der
Intention, sie zu „beschützen“
"Critical Sexism" Bezeichnet sexistische Verhaltensweisen und Diskriminierung, die von Personen reproduziert oder ausgeübt wird, die denken sie sind „zu aufgeklärt“ dafür, dass sie sexistisch sein können.
"Enlightened Organisation" Bezeichnet den Gedanken, dass es in einer hochgebildeten, "aufgeklärten" Organisation keinen Sexismus geben kann. Aufgeklärte Menschen würden automatisch zu einer Reduktion von Hierarchien und Ungleichheiten beitragen.
Gender Mainstreaming Bezeichnet die systematische Einbeziehung und das Mitdenken der jeweiligen Lebensbedingungen und Bedürfnisse von Frauen und Männern in alle Bereiche der (universitären) Politik.
Slut shaming Der Begriff "slut shaming" setzt sich aus dem englischen slut (“Schlampe”) und shaming (“Beschämen”) zusammen. Damit wird der Angriff auf Mädchen und Frauen aufgrund ihrer Sexualität bzw. ihres sexuellen Verhaltens, ihres Auftretens oder Kleidungsstils bezeichnet. Mit z.B. geschlechtsbezogenen Schimpfwörtern („Nutte“, „Schlampe“) sollen Betroffene abgewertet werden.
Misogynie Der Begriff der Misogynie stammt aus dem Altgriechischen und wird als Frauenhass oder auch Frauenfeindlichkeit übersetzt. In der Psychologie auch als "krankhafter Hass gegen Frauen" bezeichnet, wird Misogynie in den letzten Jahren zunehmend auch als gesamtgesellschaftliches Phänomen verstanden und als solches untersucht.
 Einen guten Gesamtüberblick und weiterführende Definitionen könnt ihr hier finden:

 

 

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