2.2 Fach Katechetik/Religionspädagogik und Religionsdidaktik

Gegenstand der Katechetik/Religionspädagogik sind implizit wie explizit religiös-weltan­schauliche Bildungsprozesse. Im Fokus stehen die sozialen, psychologischen und pädago­gischen Bedingungen dieser Bildungsprozesse sowie deren konkret ausgebildete Praxen.

Das Verständnis der Innsbrucker Katechetik/Religionspädagogik ist von einer erweiterten, aus der weltkirchlichen Perspektive gewonnenen Sicht von Katechetik geprägt. Das Spezifikum dieses Verständnisses von Katechetik und Religionspädagogik besteht in der theologischen Perspektive auf Bildungsprozesse.

Die Methodologie der Innsbrucker Katechetik/Religionspädagogik widerspiegelt diese theologische Perspektive. Sie wurzelt in der Themenzentrierten Interaktion nach Ruth C. Cohn und der Kommunikativen Theologie. Dementsprechend geht es dabei um die korrelative Vernetzung von Leben und Erfahrungen der Menschen von heute mit der „geronnenen Erfahrung“ der biblischen Zeugnisse in lebendiger Vermittlung sowie im Dialog mit anderen religiösen Traditionen.

Durch die wechselseitig-kritische Vernetzung zeigen sich lebensfördernde und lebensfeindliche Tendenzen von Bildungsprozessen.

Das Erforschen und Erlernen einer theologischen Hermeneutik von Bildungsprozessen, in der auch die Aufmerksamkeit auf Differenz und Konflikt wesentlich ist, sind Ziel der katechetisch-religionspädagogischen Ausbildung.

Aktuellen Herausforderungen folgend, sind Kooperationen mit der Islamischen Religionspädagogik, die der Entwicklung interreligiöser Modelle und Methodologien in religionspädagogischen Handlungsfeldern dienen, ein Schwerpunkt der Innsbrucker Religionspädagogik.

 

2.2.1 Religions-/Fachdidaktik

Das Fach Religionsdidaktik hat intentionale religiöse Lehr- und Lernprozesse in Bildungsin­stitutionen zum Gegenstand. Der deutschsprachigen Situation entsprechend, spielt dabei die Fachdidaktik, der es um die Theologie und Didaktik des schulischen Religionsunterrichts geht, eine besondere Rolle. Angesichts einer religionspluralen Wirklichkeit, stellt die interreligiöse Zusammenarbeit mit der Islamischen Religionspädagogik in Forschung und Lehre eine zentrale Aufgabe dar. Darüber hinaus kommt insbesondere der Didaktik religiöser bzw. theologischer Erwachsenenbildung sowie der theologischen Wissenschaftsdidaktik eine spe­zielle Bedeutung zu.

Das Fach Religionsdidaktik verstehen wir als theologisches Fach, das auf die enge Koope­ration mit anderen Wissenschaftsdisziplinen angewiesen ist, insbesondere auf die allge­meine Didaktik, die Erziehungs- und die Sozialwissenschaften.

Den methodologischen Hintergrund des religions- und Didaktikverständnisses bilden die Themenzentrierte Interaktion nach Ruth C. Cohn und die Kommunikative Theologie. Dementsprechend sind die Kooperation mit anderen theologischen Fachbereichen (z. B. in Kooperativen Religionsdidaktik-Seminaren) sowie das Interesse an der Erforschung implizi­ter Religiosität und impliziter Theologie(n) wesentliche Anliegen der Innsbrucker Religionsdidaktik.

Im Hinblick auf die Qualifizierung für den Religionsunterricht werden allgemeinpädagogische und schulpraktische Ausbildungsteile in die fachdidaktische Ausbildung integriert.

 

 

 

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