Alumni

Katharina Schaufler

 

Schaufler 1 Portrait UNESCO Visit of the Iraqi President February 2019
Katharina Schaufler, UNESCO Visit of the Iraqi President February 2019.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Derzeitige Tätigkeit:  

Erst seit kurzem: Volontärin beim Libanesischen Malteserorden (Lebanese Order of the Knights of Malta) – bzw. für das internationale humanitäre Hilfswerk Malteser International im Libanon zur Unterstützung des Country Coordinators im Hinblick auf die syrische Flüchtlingskrise.

Vorher: Assistentin für UNESCO Angelegenheiten bei der Österreichischen Botschaft in Paris.


Studium: 

Politikwisschenschaften, UIBK, 2013-2016.



  • Warum hast Du Dich/haben Sie sich für das Studium der Politikwissenschaft entschieden? Welche Alternativen gab es für Dich/Sie sonst noch?

Nach dem Abschluss des Gymnasiums hatte ich nur sehr wenig Ahnung davon, welchen Weg ich einschlagen sollte, so habe ich – vermutlich unter externer Beeinflussung – das Studium der Rechtswissenschaften begonnen. Leider konnten mich für die Kurse und die Materie nur sehr wenig begeistern und so wechselte ich nach 4 Semestern, spät aber doch, in das Studium der Politikwissenschaften. Alternativen dazu gab es zu diesem Zeitpunkt für mich nicht, weil ich mich sehr für Internationale Beziehungen begeistern konnte.

 

  • Wofür hast Du Dich/haben Sie sich im Studium am meisten begeistert?

Rüstungspolitik und Atomwaffen, Russland in den internationalen Beziehungen, aber auch die Verknüpfung von Sport und Politik. Über die antidiskriminierende Arbeit im österreichischen Fußball habe ich dann auch meine Bachelorarbeit verfasst.


  • Hattest Du/hatten Sie zu Beginn des Studiums bereits eine Idee, wo Du/Sie nachher landen würdest/würden?

Ich hatte wirklich absolut keine Idee, wo ich später landen würde, was ich im Nachhinein betrachtet, auch etwas besorgniserregend finde.

Das ganze Studium ist so theoretisch aufgebaut, dass man sehr wenig Einblicke darin bekommt, welche Möglichkeiten einem wirklich offen stehen. Ein weiteres Problem liegt eventuell auch darin, dass man vollkommen auf sich alleine gestellt ist. Für einige Studenten, die nur bedingt proaktiv sind, ist es vermutlich sehr schwierig, sich auf eigene Faust Praktika zu organisieren.

 

  • Und wie bist Du/sind Sie zu der jetzigen Stelle gekommen?

Zu meinem derzeitigen "volontären" Aufenthalt im Libanon bin ich über mein diplomatisches Netzwerk gekommen. Nachdem ich die ursprüngliche Idee, Diplomatin zu werden, aus unterschiedlichen persönlichen Gründen verworfen habe, will ich nun in das humanitäre Feld wechseln. Bevor ich den European’s Master in Human Rights and Democratisation E.MA beginnen werde, um mich besser für diese Domäne zu qualifizieren, war es mir wichtig, Felderfahrung in einem arabischen Land zu sammeln, das sehr stark von der syrischen Flüchtlingskrise betroffen ist. Erstens, um mir einen praktischen Einblick in die Thematik zu verschaffen, zweitens, um der arabischen Sprache ausgesetzt zu sein, die ich gerade erlerne, und drittens, um ein Gefühl dafür zu bekommen, für welche Art von NGO ich nach meinem Studium arbeiten möchte und in welcher Funktion.

Nachdem es irrsinnig schwierig ist, ohne Arabischkenntnisse (oder nur mit Anfänger-Niveau) und ohne wirkliche Felderfahrung überhaupt eine Möglichkeit zu bekommen, eine NGO zu unterstützen, war ich sehr dankbar darüber, dass ich durch mein Netzwerk bei der UNESCO und den österreichischen Botschaftsbetrieb, dennoch ein Ventil gefunden habe, in den Libanon zu kommen und genau das zu erfahren, was ich mir erträumt hatte.

 

Schaufler 2 Field Mission MMU in Joub Janine Refugee Camp LBN May 2019
Field Mission MMU in Joub Janine Refugee Camp LBN May 2019.


  • Was hat Dir/Ihnen im Nachhinein besonders geholfen, nach dem Studium einen Job zu finden?

Vor allem meine Neugierde für die Ferne hat mir geholfen, viele gute und lehrreiche Erfahrungen zu sammeln sowie ein breites Netzwerk zu schaffen. Meine Praktika bei politischen Stiftungen, e.g. bei der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF) im Hauptsitz in Potsdam oder bei der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Warschau, sowie mein Praktikum bei der österreichischen Botschaft in Jordanien und meine Erfahrung als lokale Wahlbeobachterin der jordanischen Parlamentswahlen 2016 in Wahllokalen im Norden des Landes haben mir geholfen, meine erste Arbeitsstelle als Projektmanagerin für ein karitatives Projekt in Paris zu finden. Das zusätzliche Erlernen der französischen Sprache, gekoppelt mit all meinen bisherigen Erfahrungen in einem interkulturellen Umfeld, v.a. in Reporting, Administration, Organisation, haben mich anschließend perfekt für die Stelle bei der Ständigen Vertretung Österreichs bei der UNESCO qualifiziert. Im Nachhinein kann ich also schlussfolgern, dass jedes Praktikum sowie jede Erfahrung im Ausland Voraussetzung für meine nächste Etappe gewesen ist

 

  • Was machst Du/machen Sie in Deinem/Ihrem Job?

In meinem derzeitigen Job assistiere ich dem Country Coordinator von Malteser International, der in Kollaboration mit der Partnerorganisation, dem Lebanese Order of the Knights of Malta (LAKM), Projekte im Health Care Bereich – Gesundheitszentren, Krankenhaus sowie mobile Kliniken - im ganzen Land als Antwort auf die syrische Flüchtlingskrise durchführt.

Prinzipiell gilt: Kein Tag ist wie der andere.

Überwiegend befinde ich mich bei den Projekten im Feld, die mich in einer Woche oft durch das ganze Land bringen. Mein Arbeitsalltag ist geprägt von Monitoring und Evaluation sowie von Reporting für die Zentrale in Köln sowie für das Deutsche Außenamt. Dazu kommen noch regelmäßige Teilnahmen an Inter-Agency Meetings mit allen UN Agencies und NGOs zur allgemeinen Gesundheitslage der syrischen Flüchtlinge/ärmsten Libanesen in der Bekaa Ebene.


 

 

 

 

  • Inwieweit hat Dir/Ihnen da das Studium geholfen?

Das Studium hat mir geholfen, mir ein grundlegendes Wissen anzueignen.

Nachdem die Natur des Studiums ein sehr theoretisches ist und man sehr unbegleitet auf die Arbeitswelt losgelassen wird, hat es wohl auch meine Eigeninitiative angekurbelt, ohne die ich heute nicht hier im Libanon angekommen wäre.

 

  • Was sind die wichtigsten Erfahrungen aus Deiner Studienzeit?

Eigendisziplin.


  • Woran denkst Du/denken Sie besonders gern zurück?

Die überaus kollegiale und freundliche Unterstützung von Herrn Dr. Eder, der mir bei allen Belangen, sei es beim Verfassen von Referenzschreiben uvm. immer weitergeholfen hat.


  • Was würdest Du/würden Sie heute anders machen bzw. bereust Du/bereuen Sie im Zusammenhang mit dem Studium etwas besonders?

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  • Zu guter Letzt: Gibt es einen Rat, den Du/Sie aktuellen Studierenden für ihren Einstieg in die Berufswelt mitgeben möchtest/möchten?

Macht Praktika, geht in’s Ausland und lernt Sprachen und zwar so viele wie nur möglich!

Ich würde dem Institut nahelegen, den Studierenden mehr unter die Arme zu greifen und eventuell Alumnis zu Kursen einzuladen, damit sie von ihren Erfahrungen berichten können.

Ein gutes Netzwerk ist das A und O in der heutigen Welt und auch für die nachkommenden Generationen unglaublich wichtig und hilfreich.

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