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Mandatszuteilung nach Ebenen: Vergleich 1995-2019

  Blog: Die Nationalratswahl 2019

 

Reinhold Gärtner

 

Seit der NRW-Reform von 1992 werden Mandate auf drei Ebenen vergeben: in Regionalwahlkreisen, auf Landes- und auf Bundesebene. Jedes Bundesland ist in Regionalwahlkreise aufgeteilt, diesen sind – je nach Bevölkerungszahl – Mandate  zugeteilt. Entscheidend für die Vergabe von Mandaten ist das Erreichen der Wahlzahl. Für ein Mandat sind – je nach Bundesland leicht unterschiedlich – zwischen 23.000 und 27.000 Stimmen nötig.

 

Mandatszuteilung nach Ebenen – Vergleich 1995-2019

 

 

Regionalwahlkreis

 

1995

1999

2002

2006

2008

2013

2017

2019

SPÖ

48

36

46

44

31

32

32

16

ÖVP

32

32

59

36

29

25

38

48

FPÖ

17

29

0

2

8

16

29

10

GRÜNE

0

0

0

2

0

2

0

5

NEOS

 

 

 

 

 

0

0

0

 

 

Landeswahlkreis

 

1995

1999

2002

2006

2008

2013

2017

2019

SPÖ

18

19

16

17

17

13

13

19

ÖVP

16

13

13

23

14

13

16

15

FPÖ

19

17

15

12

19

16

13

16

GRÜNE

5

9

12

14

15

16

0

17

NEOS

 

 

 

 

 

6

5

10

 

 

Dritte Ebene

 

1995

1999

2002

2006

2008

2013

2017

2019

SPÖ

5

10

7

7

9

7

7

5

ÖVP

4

7

7

7

8

9

10

8

FPÖ

5

6

3

7

7

8

9

5

GRÜNE

4

5

5

5

5

6

0

4

NEOS

 

 

 

 

 

 

5

5

 

 

Mandate – Gesamt

 

1995

1999

2002

2006

2008

2013

2017

2019

SPÖ

71

65

69

68

57

52

52

40

ÖVP

52

52

79

66

51

47

62

71

FPÖ

41

52

18

21

34

40

51

31

GRÜNE

  9

14

17

21

20

24

  0

26

NEOS

 

 

 

 

 

  8

10

15

Quelle: bmi – eigene Zusammenstellung RG; ohne LiF, BZÖ, Team Stronach, Liste JETZT

 

Wenn wir uns die Mandatsverteilung nach den unterschiedlichen Ebenen ansehen, so ist dies insgesamt zwar nicht so überraschend, zeigt aber die Stärke der ÖVP in den einzelnen Regionen deutlich auf: Bei der Wahl von 2002, mit dem damals überwältigenden ÖVP Ergebnis von 42,3 %, konnte die ÖVP 59 ihrer damals 79 Mandate in den Regionalwahlkreisen gewinnen, nach den mageren 25 Mandaten im Jahr 2013 waren es 2017 wieder 38 und 2019 mit 48 Mandaten ein Wert der sehr deutlich vor allen anderen lag.

Die SPÖ konnte im Jahr 2002 mit 46 Mandaten auf Regionalwahlkreisebene den Höchststand in dieser Zeit erreichen, 2013 und 2017 den Rückgang zwar kurzfristig stoppen, mit lediglich 16 Mandaten im ersten Ermittlungsverfahren  war aber das Ergebnis 2019 auch in dieser Hinsicht dramatisch schlecht und entsprach gerade einmal einem Drittel der ÖVP-Mandate.

Die FPÖ konnte im Knittelfeld-Jahr 2002 kein einziges Mandat in einem Regionalwahlkreis erringen, steigerte sich bis 2013 auf 16 und 2017 auf 29 Mandate, fiel 2019 mit 10 Mandaten aber wieder deutlich ab.

Die Grünen ihrerseits konnten nach dem Desaster von 2017 im Jahr 2019 5 Mandate im ersten Ermittlungsverfahren erreichen – bisheriger Höchststand waren 2 Mandate gewesen, das zeigt also, dass die Grünen in der Regionalwahlkreisebene deutlich Fuß gefasst haben.

Die SPÖ konnte in vier, die FPÖ in fünf Bundesländern kein einziges Mandat in einem Regionalwahlkreis erringen.

Wenn angesichts dieser Ergebnisse die ÖVP die Diskussion um die Einführung eines Mehrheitswahlrechts intensivieren würde, wäre dies wenig überraschend. Überraschend wäre aber, wenn die anderen Parteien dieser Idee viel abgewinnen könnten.

 


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