6_Boxvote_935x561

Disproportionalität und ‚verlorene Stimmen‘

  Blog: Die Nationalratswahl 2019

 

Marcelo Jenny

 

Die Nationalratswahl 2019 führt zu einer sehr proportionalen, den Stimmenanteilen der Parteien also sehr genau entsprechenden Mandatsverteilung, wie die Abbildung 6 auf Basis des vorläufigen Endergebnisses der Nationalratswahl zeigt.

Der summierte Stimmenanteil von Parteien, die an der 4-Prozent-Eintrittshürde scheiterten, ist bei dieser Wahl sehr niedrig. Der Anteil der ‚verlorenen Stimmen‘ (wasted votes) von Parteien ohne Mandate liegt bei 3,2 Prozent, gegenüber 6 Prozent der gültigen Stimmen bei der Nationalratswahl 2017. Den Großteil davon machte 2017 das knappe Scheitern der Grünen an der 4-Prozent-Hürde aus.

Die Abbildung zeigt den Verlauf bekannter Disproportionalitätsindices seit 1945. Der Loosemore-Hanby-Index zeigt direkt den Anteil der wasted votes. Der Gallagher-Index* betont große Abweichungen von der Proportionalität etwas stärker.

Bei Wahlen zum Nationalrat wurden seit 1945 bisher drei verschiedene Wahlsysteme eingesetzt. Wie die Abbildung zeigt, erzeugte das Wahlsystem, das bei den Nationalratsahlen 1971-1990 zum Einsatz kam, eine besonders hohe Proportionalität zwischen der Stimmenverteilung bei der Wahl und der Mandatsverteilung im Parlament.

 

5a_dispro_NRW
Abbildung 6: Disproportionalität bei Nationalratswahlen (1945-2019); Daten: Bundesministerium für Inneres, Vorläufiges Endergebnis der NRW (https://wahl19.bmi.gv.at/).

* Erläuterungen der Indices gibt es z.B. hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Gallagher_index.

 


This article gives the views of the author(s), and not the position of the Department of Political Science.

This work by the Department of Political Science is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0).

Nach oben scrollen