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Schulhaus in Dafins (Vorarlberg) – Im Zwiegespräch und ökologisch: Die Situierung des Baukörpers ist sehr stimmig. Bei diesem Objekt wurde sehr feinsinnig mit schon Vorhandenem umgegangen. Einfühlend, aber nicht angepasst präsentiert sich diese Schule kraftvoll. Sie geht auf die Umgebung ein, nimmt ihre Struktur auf und fügt sich ein. Es ist an diesem sensiblen zentrierten Ort eine gute Verbindung entstanden.
Eine neue lebendige Sprache: die rote Farbe steht für Aktivität und das Material, Holz und Glas, (Kollektoren) ist sehr ökologisch, energiebewusst und nachhaltig gewählt. Ebenso die Bauweise. Der dörfliche Charakter wurde in der Einfachheit der Form und im Material mitberücksichtigt. Holz als gewählter Baustoff, das in der Natur langsam gewachsen ist und die Sonnenwärme und -kraft von Jahrzehnten in sich gespeichert hat. Nutzung und Baukörper gehen eine Einheit ein. Es wurde sehr funktional und nutzungsspezifisch gebaut und trotzdem spürt man auch die feinfühlige Eingliederung, das Zwiegespräch mit dem Giebel der benachbarten Kirche.
Der an und für sich klare Baukörper blickt ins Tal, das gibt der Architektur auch eine Weite. Die Gliederung der Südfassade ergibt sich aus den Maßen der einzelnen Kollektoren. Die Kollektoren gehen ins Dach über. Das Dach wurde sehr zart ausgeführt. Die Form des Giebels ist durch ihr Maß eher lieblich und dörflich gestaltet. Die Holzlänge bestimmte auch die Dachlandschaft in ländlichen Gegenden. Ohne Maschinen, händisch abgelängt und daher auch eher an das menschliches Auge angepasst. Vielleicht entsteht so die Lieblichkeit?
Die ruhige Wand- und Schutzfläche wurde an die Straße gesetzt mit kleinen Ein- und Ausblicken. Man sieht in den Werkraum. Kreativität wird so sichtbar. Eine Schule die lebt. Eine rote, gewachsene Schule, in der und um die es viel Platz gibt für Spiele, Bälle, Bücher, wo Wege und Begegnungen entstehen.
Sehr außergewöhnlich auch der Umgang mit dem Friedhof, das direkte Anfügen der Schule an die Friedhofsmauer. Man sieht, wie schön die Friedhofsumsäumung in die gestalterischen Überlegungen miteinbezogen wurde.
Bei dieser Architektur hat man das Gefühl, dass sie mitschwingt mit der Umgebung und dass sie nicht „besser“ sein will, und vor allem es wurde das Maß am Menschen genommen. (Fotos und Objektkommentar: Roswitha Häfele)