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Kindergarten Leopoldskron Moos (Salzburg): Jedes neue Gebäude wird in einen Kontext gesetzt. Es liegt dabei an den Planenden zu entscheiden, ob ein Gegenpol geschaffen oder eine Symbiose mit diesem Kontext eingegangen werden soll.
Der vom Architekten gewählte Kontext scheint in diesem Falle die umliegende Landschaft zu sein. Dieser Kindergarten befindet sich am bereits ländlich beeinflussten Stadtrand der Stadt Salzburg in einer ebenen Moorlandschaft, dem Alpenvorland, einem Hügelland mit bereits vereinzelten schroffen Bergen, vorgelagert. Ein derartig schroffer Berg ist der im Hintergrund des Bildes erkennbare Untersberg.
Meiner Meinung nach ist bei diesem Gebäude der Versuch erkennbar, ein verbindendes Element zwischen der Moorebene und dem schroffen Berg zu schaffen. Dafür wird Architektur als Landschaft verkleidet- die Form des Kindergartens erinnert an die Grasberge des Alpenvorlandes. Die Kuppel die aus dem Grasberg ragt, könnte eine Anspielung auf die typischen Heustadel der Grasalpen sein.
Obgleich das Gebäude im starken Gegensatz zu den ländlichen Bauten der Umgebung steht, ist dieser formale Unterschied nicht als störend zu interpretieren. Das Gebäude ist in den landschaftlichen Kontext der umliegenden integriert, trägt sogar zum Kontext bei. Die architektonische Gestaltung des Gebäudes dient auch der Umgebungsgestaltung. Der Kindergarten ist somit nicht als Nebenbuhler oder Fremdkörper zu verstehen und steht in keiner Konkurrenz zu den anderen Gebäuden.
Das Gebäude ist weder horizontal noch vertikal orientiert. Es verfügt über eine amorphe Form mit fließendem Übergang in die Landschaft. Ein starker Bruch mit dieser weichen Form stellt die Eingangssituation dar. Eine derartige Lösung wirkt jedoch in der Umgebung nicht befremdend. Derartige Brüche sind in den schroffen Bergen im Hintergrund wiederzuentdecken, nicht zuletzt in den zahlreichen Steinbrüchen des Untersberg (Abbau von Marmor).
Neben den ästhetischen und kontextuellen Zwecken erfüllt die gewählte Form aber auch funktionelle. Der Grashügel beziehungsweise das Dach wird als Spielplatz und Rodelwiese genützt. Der Bau wird der Bezeichnung „Kindergarten“ gerecht. Es handelt sich im wahrsten Sinne des Wortes um einen Garten für Kinder. (Bild und Objektkommentar: Michaela Huber)