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AlpTransit Besucherzentrum von Bauzeit Architekten, Pollegio – Tessin/Schweiz: Das Besucherzentrum in Pollegio ist das erste von zwei Gebäuden, welche an beiden Portalen des neuen Gotthard-Bahntunnels ein bleibendes Zeichen für die Bedeutung und Komplexität dieses Jahrhundertbauwerks darstellen. Für Reisende, welche die Region durchfahren, sind die visuellen Eindrücke von der Tunnelbaustelle viel zu gering. So ist der Zweck des Besucherzentrums, „das Unsichtbare sichtbar zu machen“.
Für die Hülle wurde Ausbruchmaterial des Basistunnels verwendet; das Material ist somit im engen Bezug mit der Baustelle. Die klare, leicht ablesbare Form ist mit Paketen aus Steinschlagnetzen und Gneisstücken erreicht worden. Glas bildet die Klimahülle. Der Bau hat einen starken monumentalen Charakter. Die Proportionen der verschiedenen Teilflächen sind im Einklang und die gewollte leichte Distanz zwischen Glasfassade und Ausbruchmaterial gibt dem Ganzen ein leichtes Pulsieren, ein lebendiges Aussehen, trotz der kalten und harten Linie, welche das Gebäude besitzt. Auch farblich sind die Glaselemente und das Gestein im Einklang. Die eher düstere dunkle Atmosphäre im Gebäudeinneren und der langgestreckte Grundriß erinnern stark an den Tunnel. Interessanterweise sind die Eingänge an den beiden Enden des Besucherzentrums disponiert worden und akzentuieren somit noch mehr die vertikale Linie des „ausgegrabenen Tunnels“. Alles scheint recht standfest zu sein, jedoch tritt ein leichter Burgcharakter auf, welcher eher störend wirkt oder besser gesagt ein wenig das Auge irritiert. Ironisch könnte man sagen, dass nur noch die Wachen auf dem Dach fehlen und der Wassergraben rings herum. (Bilder und Objektkommentar: Richard Glira)