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Schutzhütte im Dorf
Das Haus steht in St. Vigil in Enneberg (Südtirol) in einer nicht sehr dicht besiedelten zentralen Zone. Das Gebäude besteht aus zwei unterschiedlich orientierten Bauvolumen, was durch die verschiedenen Richtungen der Holzverkleidung unterstrichen wird. Die Holzverkleidung hat im Laufe der Zeit an Farbe verloren, was die Ästhetik des Gebäudes beeinträchtigt. Persönliches Statement: Ich finde, das Haus ist ein gelungenes Beispiel für moderne Holzarchitektur. Das Gebäude drängt sich nicht auf und wirkt eher zurückhaltend, auch weil die Dachvorsprünge kurz gehalten sind. Die zwei verschiedenen Dachrichtungen verleihen dem Gebäude auch eine gewisse Spannung und Ästhetik. Die Architektur dieses Objektes verzichtet auf Unnötiges und auf eine kitschige Formensprache, wie es oft bei neuen Gebäuden im Alpengebiet - speziell bei Hotelbauten - vorkommt. Das Gebäude erinnert an die Schutzhütten, die sich im Fanesgebiet befinden. Ich finde dies ein gelungenes Beispiel, wie man gewisse Elemente von früheren Bauten übernehmen und neu interpretieren kann, ohne in den Kitsch zu verfallen. Das Gebäude ist auch von den Proportionen sehr gelungen und fügt sich in das dörfliche Gefüge gut ein. Die verschieden orientierten Pultdächer könnten eine Abstraktion der Bergwelt sein, die das Gebäude umgibt. (Objektkommentar und Foto: Roman Agreiter)