< Übersicht


Das Hotel Taljörgele ist ein 4-Sterne-Hotel und befindet sich im mittleren Ridnauntal (Südtirol). Am Hang gelegen, präsentiert sich die Hotelanlage als reiner Holzbau. Auch dieses Hotel wurde vor kurzem Umbau- beziehungsweise Erweiterungsarbeiten unterzogen, bei welchen der untere dreistöckige, terrassenförmige Trakt errichtet wurde. Im Bereich des unteren, terrassenförmig angelegten Baues ist ein guter Ansatz für die Symbiose von Bauwerk und Natur ersichtlich. Die Terrassierung bringt das Gebäude geschickt zum Verschwinden, das Gebäude wirkt dadurch nicht dominant und verschmilzt sozusagen mit der umgebenden Natur. Durch die Terrassierung und das stufenweise Zurückspringen des Gebäudes passt sich dieses dem Gelände, also dem Hang, an. Was aber dem Ansatz der Terrassierung und Verschmelzung mit der Natur widerspricht, ist die Errichtung einer massiven Steinmauer am Rande des Gebäudes. Diese Mauer zerstört die Qualität des Gebäudes im unteren Trakt. Sie ähnelt einer Lawinenschutzmauer und wurde wahrscheinlich zu dem Zwecke errichtet, dass der dahinter liegende Gebäudeteil als "unterirdisch" gilt und somit nicht zur Kubatur zählt. Für mich erscheint die Mauer wie ein Fremdkörper. Weiters gibt es- wenn man das Hotel als Gesamtheit betrachtet - eine Zerrissenheit zwischen dem älteren und neueren Gebäudeteil (Terrassen) und man würde fast meinen, die beiden Teile würden gar nicht zusammen gehören. Die Dachlandschaft des oberen Gebäudeteils wirkt wie eine Kampflandschaft, wie ein Konglomerat aus verschiedenen Dachformen und Bauelementen. Das Hotel bildet kein harmonisches Ganzes. (Objektkommentar und Bild: Alessio Perfetti)