< Übersicht


Das Hotel Schneeberg befindet sich in Maiern im hinteren Ridnauntal (Südtirol) und ist ein Beispiel für eine Umstrukturierung eines traditionellen Bauernhofes in eine 4-Sterne-Hotelanlage. Das Hotel Schneeberg präsentiert sich heute als ein Konglomerat aus nicht zusammenpassenden Einzelelementen. Die Hotelanlage besteht aus dem klar ersichtlichen Bestand der 70er und 80er-Jahre mit davor beziehungsweise dazwischen gesetzten Zubauten, die der Anlage einen ansitz- oder stiftmäßigen Charakter verleihen. Durch die unterschiedlichen Formensprachen kommunizieren Alt- und Neubau nicht miteinander, verschmelzen nicht ineinander und bilden kein einheitliches Ganzes. Ein Gebäude sollte immer eine bestimmte Harmonie ausstrahlen, eine gewisse Ruhe und Einheitlichkeit, das Hotel Schneeberg hingegen löst beim Betrachter Stress aus. Es ist schwierig, sich in dieser Anhäufung von Einzelelementen, die nichts miteinander zu tun haben, zurechtzufinden. Das Gebäude ist von seiner Größe her wie ein einzig gebauter Wettstreit und spricht keine einheitliche Sprache. Das optische Chaos des Gebäudes wird noch durch den enormen Parkplatz vor dem Gebäude verstärkt. Es ist nicht gelungen, den zeitgenössischen Anforderungen eines Hotelbetriebes mit einer orts- und traditionsverbundenen Ausdrucksweise gerecht zu werden. Die stilistischen Elemente wie Türmchen, Arkaden, Zeltdach, griechische Säulen haben mit der baulichen Tradition des Tales überhaupt nichts zu tun. Weshalb sollte eine Hotelanlage einem Schloss oder einer Burg ähnlich sehen? Es ist ja ohnehin unmöglich, solche Bauwerke zu übertrumpfen und durch die schlechte Nachahmung oder die Aufnahme stilistischer Elemente entsteht eine Scheinarchitektur, die die lokale Identität des Tales verfälscht oder zerstört. Auch der Gast beziehungsweise Kunde wird an der Nase herumgeführt, auch wenn in diesem Falle beim ersten Anblick ersichtlich ist, dass an dem Gebäude etwas nicht stimmt. (Objektkommentar und Bild: Alessio Perfetti)