< Übersicht


Das Hotel "Monte Pana" (Grödental/Südtirol) ist ein herausragendes Beispiel für die klassische Alpinarchitektur der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts: geradlinig, schnörkellos, aufgeräumt, aber gleichzeitig warm und ansprechend. Die breit gelagerte Fassade (gebräunt wie ein Skilehrer- oder Bergführergesicht) vermittelt statuarische Ruhe und Ausgeglichenheit, wobei der weiße Sockel dem Bau im Winter etwas Schwebendes verleiht, weil es den Anschein hat, als würde er über dem Boden beginnen. Die himmelstürmende Dachform des vorspringenden Flugdaches setzt einen dynamischen Akzent. Wie ein Wegweiser lenkt es den Blick hinauf zu den umstehenden Gipfeln und sagt somit mit starker Geste, wohin es für den Gast des Hauses geht: bergwärts. Kaum jemals ist es überzeugender gelungen, Architektur und Natur in ein dialogisches und korrespondierendes Verhältnis zu setzen. (Objektkommentar: Elmar Waibl; Foto: Jasmin Ritsch)