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Die auf einer Linie angeordnete Dreiergruppe von Schlachterei (links) und zwei Stallgebäuden ist das Idealbild einer Architektur, die bewußt unprätentiös und unspektakulär sein will und gerade dadurch überzeugt. Obwohl (oder gerade weil) der Architekt (Gion Caminada) einen prominenten Namen hat, haben wir hier nicht den Eindruck einer "Architekten-Architektur", die sich aufmerksamkeitsheischend in den Vordergrund drängt, sondern eine Architektur, die die Vorgaben des alten dörflichen Umfelds (Vrin/Schweiz) und des Geländes aufgreift und so selbstverständlich umsetzt, als hätten sich die Häuser "von allein gebaut". Fassen wir die Schlachterei näher ins Auge, so zeigt sich uns ein Bau von formaler Geschlossenheit in reduktionistischer Formensprache: kantig, kompakt, geometrisch, liniear, unverspielt, kraftvoll, ruhig und archaisch. Die Vorderfront teilt den Mauer- und Holzteil in etwa im Verhältnis des Goldenen Schnitts. Das Aufgreifen von lokalem Material (Stein und Holz) knüpft sowohl an die bauliche Tradition als auch an die Landschaft an. Das Pultdach nimmt die Hangneigung auf, wodurch sich eine starke Eingliederung ins Gelände ergibt. (Objektkommentar und Fotos: Elmar Waibl)