Workshop: Kulturdatenmanagement

Zeit:Montag, 17. September, 14:00 - 17:30
Ort:Universität Graz, RESOWI-Gebäude, Bauteil C, Lehrsaal 15.02
Kosten: 17,- für Mitglieder der VÖB, der ÖGDI und ausländischer Fachvereinigungen sowie für Studierende

25,- für Nicht-Mitglieder

Für Teilnehmende an den beiden Workshops "XML und Informationsmanagement" und "Kulturdatenmanagement":

30,- für Mitglieder / 45,- für Nicht-Mitglieder
Anmeldefrist:31. August 2007
Anmeldung:Gerne können Sie noch an diesem Workshop teilnehmen. Bitte melden Sie sich direkt am Tagungsbüro an und entrichten Sie dort den Workshop-Beitrag.
 
Programm:

In diesem Workshop sollen einige Erfahrungen vermittelt werden, die beim praktischen Umgang mit automatisierten Informationssystemen im Bereich des kulturellen und wissenschaftlichen Erbes gemacht wurden. Dieses Praxiswissen bezieht sich einerseits auf die Dokumentation und Erschliessung von Objekten aus einzelnen Organisationen (Bibliotheken, Museen, Archive) andererseits auf den Datenverbund im Netzwerk.

Block 1: Datenverbund und virtueller Katalog, gezeigt am Beispiel von BAM-Portalen
(BAM: Bibliotheken, Archive und Museen).

Referenten: Thomas Kirchhoff / Dr.Jörn Sieglerschmidt (Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg)

Die Verbindung der Informationsangebote der Bibliotheken, Archive und Museen ist bereits seit Ende der 90er Jahre von der EU-Kommission als Ziel der europäischen Digitalisierungsstrategien propagiert worden. Die Namen der hauptsächlichen Gedächtnisinstitutionen könnten um die Denkmalämter, Rundfunk- und Hörfunkarchive sowie andere Institutionen vermehrt werden, die alle digitales Wissen erzeugt haben und in wachsenden Mengen erzeugen. Dieses Wissen den Bildungsinstitutionen, der spezialisierten Forschung wie auch der Allgemeinheit über das Netz zugänglich zu machen, ist das Ziel einer Vielzahl von Projekten auf nationaler wie internationaler Ebene.

Das BAM-Projekt hat - seit 2005 bis 2007 von der DFG gefördert - in einer dritten Projektphase die technische Basis gelegt für den Nachweis von Einzelobjekten aus den Gedächtnisinstitutionen. Dabei geht es nicht um ein Angebot von einem zentralen Server aus, sondern um die Sammlung der Metadaten aus den beteiligten Institutionen. Die nach der Suche erzeugte Trefferliste verweist dann auf die jeweiligen Expertensysteme mit ihren spezifischen Möglichkeiten der Objektpräsentation und der Navigation. Das BAM-Portal kann so etwas wie eine Metasuchmaschine sein gerade für die vielen nur sehr schwer oder garnicht (deep web) zugänglichen Digitalisate.

Das BAM-Portal bietet frei zugängliche Information an und ist dem Gedanken des open access verpflichtet.

Block 2: Der Zugang zu Normvokabularien durch WebServices
Beiträge: Axel Ermert, Monika Hagedorn-Saupe (beide Institut für Museumsforschung),
Walter Koch (Technische Universität Graz / ÖGDI), Carlos Saro, Regine Stein (beide Zuse-Institut Berlin)

Um Museumsobjekte zu inventarisieren und für die Katalogisierung gut zu beschreiben, ist - gemäß der ungeheuren Mannigfaltigkeit an Objekten - umfangreiches, fachlich gestütztes Vokabular erforderlich. Dieses ist aber bislang oft weit zerstreut und wird, wenn es nicht durch Lizenzen geschützt ist, häufig unkoordiniert verwendet und weiter entwickelt. Die im Rahmen der Fachgruppe Dokumentation im Deutschen Museumsbund gebildete Initiative museumsvokabular.de hat sich zum Ziel gesetzt, hier mit Hilfe neuerer Technologien Abhilfe zu schaffen. In dem Workshop werden die in Zusammenarbeit des Instituts für Museumsforschung, des Zuse-Instituts Berlin und des digicult-SH-Projekts entwickelten Instrumente und deren praktische Anwendung vorgestellt und im Vergleich zu den Entwicklungen in Österreich diskutiert:

  • Einleitung: Die Online-Plattform www.museumsvokabular.de
    Kurzvorstellung des öffentlich zugänglichen Angebots, eine Reihe frei verwendbarer Vokabulare ist bereits seit 2006 unter der CreativeCommons-Lizenz für die Museen verfügbar.
  • Webbasiertes Arbeiten an Vokabularen
    Das im Rahmen des digicult-SH-Projekts entwickelte webbasierte Verwaltungstool für kontrolliertes Vokabular xTree mit Zugangskontrolle wird zur gemeinsamen Bearbeitung und Weiterentwicklung von Vokabularen eingesetzt.
  • WebServices für kontrolliertes Vokabular: Anwendungsszenarien
    Welche Vorteile bieten WebServices für kontrollierte Vokabulare? Wie können verschiedene Angebote genutzt werden?
  • Der WebService museumvok-ws für kontrolliertes Vokabular: Grundlagen
    Eine Einführung in die dokumentarischen und technischen Grundlagen des WebService - mit welchen Standards arbeiten wir?
    • museumvok als Beschreibungsformat für die Vokabulare stützt sich auf das in einer Arbeitsgruppe des W3C entwickelte SKOS Core Vokabular.
    • http, SOAP, XML als technische Standards
  • Der WebService museumvok-ws für kontrolliertes Vokabular: Schnittstellendefinition und Prototyp
    Vorstellung der Schnittstellendefinition, die derzeit mit den Anbietern von Museumsinformationssystemen abgestimmt wird, sowie des Prototyps
  • Der WebService für kontrolliertes Vokabular der AIT Graz
  • Diskussion

Kontaktinformation:

Thomas Kirchhoff thomas.kirchhoff@bsz-bw.de
Jörn Sieglerschmidt joern.sieglerschmidt@bsz-bw.de
Regine Stein stein@zib.de