Vom For­scher zum Unter­nehmer

Mit einer dreitägigen „Enterprise fair“ informierte das europäische Netzwerk Postdoc2Innovators junge Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland über die Rahmenbedingungen einer Unternehmensgründung. Nach Cambridge, Berlin, Paris und Glasgow fand die Veranstaltung nun erstmals in Innsbruck statt.
Pitch-Training
Bild: Bei einem Pitch-Training konnten die TeilnehmerInnen das Erlernte auch gleich praktisch umsetzen. (Credit: Uni Innsbruck)

Das Netzwerk Postdoc2Innovators setzt sich aus fünf Universitäten (Uni Cambridge, Freie Universität-Berlin, Uni Glasgow, PSL-Paris und Uni Innsbruck) sowie drei globalen Unternehmen (BP, Schlumberger, AstraZeneca) zusammen. Es hat sich zum Ziel gesetzt, Forscherinnen und Forscher auf ihrem Karriereweg außerhalb der Wissenschaft zu unterstützen. „Es geht darum, das ‚enterpreneurial mindset‘ und ‚entrepreneurial thinking‘ zu stärken und damit das Karrierepotential sowohl für die Forschung als auch außerhalb der Universität zu stärken“, erklärt Alexander Knapp von der Transferstelle Wissenschaft - Wirtschaft - Gesellschaft der Uni Innsbruck. „Dies geschieht durch eine Vernetzungsplattform und einschlägiges Bildungsangebot mit Workshops und anderen Veranstaltungen wie zum Beispiel der ‚Enterprise Fair‘“.

Diese „Enterprise fair“, wurde bereits in Cambridge, Berlin, Paris und Glasgow durchgeführt und fand nun Anfang März auch in Innsbruck statt. Die Veranstaltung richtete sich an Forscherinnen, die eine Idee in einem eigenen Unternehmen verwirklichen oder ihre Ausbildung mit unternehmerischem Know-how komplettieren wollen. 14 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Netzwerkpartner und 18 Forscherinnen und Forscher aus Tiroler Hochschulen nahmen an der Veranstaltung teil. Sie kamen aus sehr unterschiedlichen Fachbereichen: Literatur, Alte Geschichte, Chemie, Biologie, Geologie, Mikrobiologie, Informatik, Marketing, Psychologie, Linguistik, Robotik, Bionik und Molekularbiologie.

Im Team Ideen entwickelt

Den motivierenden Auftakt der Veranstaltung bildeten drei „Inspirational talks“, in denen drei Gründerinnen und Gründer der Universität Innsbruck ihre Unternehmen und ihren Werdegang von der Forschungsidee zur Firmengründung skizzierten. Im InnCubator vermittelte das dortige Team sowie das startup-Tirol Team den Teilnehmern die Grundlagen der Businessplan-Erstellung und Produktentwicklung. „In kleinen Teams wurde sodann intensiv an konkreten Ideen gearbeitet“, erzählt Alexander Knapp. „Dabei wurden als Fallbeispiele Forschungsergebnisse der Teilnehmer herangezogen, die sich zur Geschäftsidee oder Firmengründung ausbauen lassen.“ Zum Abschluss des zweiten Tages berichtete Philipp Sulzer, Forschungsleiter des Innsbrucker Uni-Spin-offs IONICON Analytik GmbH über den 20-jährigen Werdegang der Firma von der Verwertung erster Forschungsergebnisse bis hin zum Weltmarktführer.

Pitch-Training

Am letzten Tag der „Enterprise fair“ waren die Teilnehmer bei der Industriellenvereinigung Tirol zu Gast. In einem „Pitch-Training“ der I.E.C.T. Hauser und der Werkstätte Wattens wurden die wichtigsten Elemente eines guten „Pitches“ vorgestellt. Unter einem Pitch versteht man eine kurze Präsentation der Geschäftsidee. Das Erlernte wurde auch gleich mit den am Vortag ausgearbeiteten Fallbeispielen in die Praxis umgesetzt. Die Jury bildeten IV-Geschäftsführer Eugen Stark, die Leiterin der Transferstelle, Sara Matt-Leubner und Entrepreneurship-Professor Johann Füller.

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