Unter­nehmer­geist ist hier zu Hause

Das Wissenschafts­ministerium unterstützt drei junge Nachwuchs­forscherInnen der Universität Innsbruck bei der Unternehmensgründung mit jeweils bis zu 500.000 Euro. Österreichweit wurden acht Spin-off-Fellowships verliehen. In Innsbruck werden innovative Ideen aus den Technischen Wissenschaften und der Chemie nutzbar gemacht.
Hauptgebäude der Uni Innsbruck
Bild: Einmal mehr wird die erfolgreiche Spin-off-Strategie der Uni Innsbruck bestätigt. (Credit: Uni Innsbruck)

Mit den neuen Spin-off-Fellowships will das Wissenschaftsministerium die Verwertung innovativer Ideen gezielt stärken und den Unternehmergeist an österreichischen Hochschulen und in Forschungseinrichtungen fördern. Besonders gute Ideen kommen von der Universität Innsbruck, an die drei der acht verliehenen Fellowships gehen. Gefördert werden der Aufbau eines Unternehmens im Bereich Textilbetonbau, die Kommerzialisierung einer an der Universität Innsbruck entwickelten Fischschutzeinrichtung für Wasserkraftanlagen und die Weiterentwicklung von neuen anorganischen Farb-und Funktionspigmenten. „Die Universität Innsbruck verfolgt seit Jahren konsequent eine aktive Verwertungsstrategie, die Ideen und Wissen aus der Universität möglichst unmittelbar für Wirtschaft und Gesellschaft verfügbar macht“, sagt Rektor Tilmann Märk. „Deshalb freut es mich sehr, dass nun drei weitere, sehr vielversprechende Projekte mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und der FFG weiter vorangetrieben werden können.“ Laut einer IHS-Studie nimmt die Universität Innsbruck mit ihrer Spin-off-Strategie samt Beteiligungsportfolio eine Sonderstellung unter den österreichischen Universitäten ein.

Bauen mit Textilbeton

Matthias Egger vom Arbeitsbereich für Massivbau und Brückenbau am Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften entwickelt gestickte textile Bewehrungen für den breiten Einsatz im Betonbau. Für die wirtschaftliche Verwertung wird der Einsatz bei der Verstärkung von bestehenden Brückenbauten und die Anwendung im Fertigteilbau anvisiert. Nun werden Kleinversuche, Bauteilversuche, Produktmuster und Prototypen produziert, um die Machbarkeit zu demonstrieren. Schon jetzt gibt es konkretes Interesse, die neue Technologie zur Verstärkung einer bestehenden Brücke einzusetzen.

Fische effektiv schützen

Barbara Brinkmeier vom Arbeitsbereich Wasserbau am Institut für Infrastruktur wird mit der Förderung einen Elektro-Fischschutzseilrechen weiterentwickeln und marktfähig machen. Im Zuge der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie müssen an allen Wasserkraftanlagen geeignete Fischschutzeinrichtungen errichtet werden. Nun wird die an der Universität Innsbruck entwickelte Fischschutzeinrichtung an Demonstrationsanlagen umgesetzt. Mit den gesammelten Betriebserfahrungen und dem entsprechenden unternehmerischen Know-how soll die Technologie dann kommerziell vermarktet werden.

Neue Farbpigmente

Der Chemiker Daniel Schildhammer hat an der Universität Innsbruck anorganische Farb-und Funktionspigmente weiterentwickelt. Diese werden nun für den Einsatz in Farben, Lacken, Kunststoffen und Baumaterialien getestet, um sie anschließend im Rahmen eines eigenen Unternehmens zu verwerten. Im Gegensatz zu den aktuellen kommerziellen Pigmenten zeichnen sich die in Innsbruck weiterentwickelten Pigmente dadurch aus, dass sie aus unbedenklichen Materialien bestehen, meist kostengünstiger sind und gleichzeitig die für industrielle Anwendungen benötigten optischen Eigenschaften aufweisen.

Mit Förderung zur Unternehmensgründung

Mit Hilfe eines Spin-off-Fellowship soll zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Verwertung von vorhandenem und neu entwickeltem geistigen Eigentum an Hochschulen bzw. Forschungs-einrichtungen so unterstützt werden, dass nach Abschluss des Fellowships eine Unternehmensgründung erfolgen kann. Während der Laufzeit des Spin-off-Fellowships muss der Fellow sich zu 100 Prozent auf diese Aufgabe konzentrieren und darf keine Lehre oder andere Forschungsaufgaben durchführen. Begleitend erhalten die Fellows Weiterbildungsmaßnahmen, Coaching und Mentoring über das Netzwerk der Wissenstransferzentren, um bereits sehr früh unternehmerisches Denken und Handeln vermittelt zu bekommen.

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