UNO Sum­mer School er­kun­det Ge­dächt­nis­spei­cher des Lan­des Tirol

Am 22. Juli 2019 unternahmen die Professoren der UNO-Innsbruck Inter­national Summer School 2019 einen Rundgang durch das Tiroler Landesarchiv. Es wurde einerseits die Geschichte des drittgrößten Archivs in Österreich beschrieben, aber auch ein Einblick in die Archivbestände gewährt.
Rundgang Tiroler Landesarchiv
Bild: Die UNO-Innsbruck Summer School im Gedächtnisspeicher des Landes Tirols (Credit: Tiroler Landesarchiv)

Zu Beginn des Rundgangs wurde die älteste Urkunde im Tiroler Landesarchiv vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Schenkungsurkunde von König Heinrich II. an die bischöfliche Kirche in Säben (heutiges Bistum Brixen) aus dem Jahr 1004. Neben einem neun Meter langen Rotulus aus der Zeit Herzog Friedrichs IV. von Österreich wurde auch die für die Tiroler Geschichte so wichtige Übergabeurkunde von Margarethe Maultasch an die Habsburger 1363 präsentiert. Diese Urkunden bildeten den Grundstock des heutigen Tiroler Landesarchivs, das auf Schloss Tirol bei Meran von Graf Meinhard II. begründet worden war. Erst unter Friedrich IV. wurde das Archiv gemeinsam mit der Residenz von Meran nach Innsbruck transferiert. Auch Kaiser Maximilian bemühte sich um sein Archiv und ließ es von Beamten ordnen und alle vorhandenen Urkunden und Handschriften dokumentieren. Aus der Zeit Maximilians wurde eine weitere beeindruckende Urkunde gezeigt, die in Form eines Libells mit 32 Siegeln beglaubigt wurde. Das Tiroler Landesarchiv beherbergt aber nicht nur Urkunden und Handschriften, sondern auch zahlreiche Dokumente zur Militärverwaltung, vor allem aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. So werden zahlreiche Personalakten von Kriegsteilnehmern beider Weltkriege im Landesarchiv aufbewahrt. Neben den Stellungslisten, in denen alle Männer des damaligen Tiroler Verwaltungsgebiets (neben Tirol auch Südtirol und das Trentino) verzeichnet wurden, findet sich auch über jeden zum Wehrdienst eingezogenen Mann ein Grundbuchblatt. Dieser Personalakt gibt Auskunft über die persönlichen Daten eines Soldaten, über Tauglichkeit und Untauglichkeit, aber auch eine Beschreibung seiner militärischen Laufbahn, vor allem seiner aktiven Kriegsdienstleistung während des Ersten Weltkriegs. Ähnlich wie die Grundbuchblätter im Ersten Weltkrieg wurden auch im Zweiten Weltkrieg Personalakten geführt, das sogenannte Wehrstammbuch. Mit diesen Dokumenten wurde der Rundgang durch das 30.000 Regalmeter umfassende Tiroler Landesarchiv abgeschlossen. Von diesem imposanten Einblick in die Geschichte Tirols und den wertvollsten historischen Beständen des Tiroler Landesarchivs waren nicht nur die internationalen Historiker, aber auch alle Mitglieder und Experten der UNO-Innsbruck International Summer School 2019 völlig begeistert.

(Alexander Plaikner)

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