Theaterstück der besonderen Art

Ein außergewöhnliches Event! Durch die tatkräftige Unterstützung und Organisation des Projektseminars „Praxisorientierte Lehrveranstaltung zu romanischen Kulturräumen“ der Universität Innsbruck unter der Leitung von Herrn Dr. Pagliardini wurde es ermöglicht, das Theaterstück „Troverò la tua metà“ von Roberta Pasciolla drei Tage lang im Bogentheater in Innsbruck aufzuführen.
Theatergruppe
Bild: Vom 29. bis 31. März war die Theatergruppe mit „Troverò la tua metà“ im Innsbrucker Bogentheater zu sehen. (Credit: Giulia Gritsch)

Das Projektseminar hat zwei Semester lang das Event vorbereitet. Dabei wurden die Studierende in verschiedene Gruppe aufgeteilt (Presse, Organisation und Logistik, Planung und Sponsoring, Bühnenhilfe) und setzten sich mit den jeweiligen außeruniversitären Stellen und Personen in Verbindung, stets in Zusammenarbeit mit den anderen Gruppen. Nach den finalen Vorbereitungen und intensiven Proben mit dem Team war es so weit: das Ziel, auf das zwei Semester hingearbeitet wurde, war erreicht: Vom 29. bis 31. März konnten Interessenten „Troverò la tua metà“ im Bogentheater ansehen.

Eine singende Schauspielerin verkörpert neun Frauenrollen

Das Stück, das auf dem Roman „La sposa segreta“ von Giovanni Arpino basiert, setzt sich aus insgesamt neun Frauen-Monologen zusammen. Thema dieser Monologe ist die Suche von Paola, einer Frau mittleren Alters, nach einer geeigneten Heiratskandidatin für ihren Sohn Carlo. Die Besonderheit: als einzige Schauspielerin auf der Bühne hat Roberta Pasciolla alle Frauenrollen selbst inszeniert und gespielt: So zum Beispiel die forsche, zu direkte, unangenehme Tante Fedora, oder die mysteriöse und beeindruckende, an Krebs erkrankte Margherita. Die Regisseurin und Schauspielerin zeigte ihr großes Talent allerdings auch in der Verkörperung der anderen Frauenrollen. Durch die Änderung des Bühnenbildes nach jedem Monolog, mit tatkräftiger Unterstützung zweier Assistentinnen des Teams, und durch blitzschnellen Kostümwechsel, ist es der Schauspielerin grandios gelungen, von einer Rolle in die nächste zu schlüpfen. Roberta Pasciolla trat in jeder der Rollen sehr überzeugend auf und es gelang ihr auf großartige Weise, aus ausschließlich weiblicher Perspektive die Charakteristiken und auch Schwächen der weiblichen Emanzipation der 80er Jahre in Italien darzustellen. Neben ihren schauspielerischen Fähigkeiten stellte die Regisseurin auch eindrucksvoll ihr gesangliches Talent unter Beweis – durch den Einbau einiger musikalischer Nummern, die die individuelle Darstellung der einzelnen Rollen emotional intensivierte.

Publikum erfreut über abwechslungsreiches Stück

Die Veranstaltung war an jedem Abend gut besucht, von Professorinnen und Professoren, Studentinnen und Studenten der Universität Innsbruck oder anderen Italienbegeisterten. Das Theaterstück wurde von Seiten des Publikums sehr gelobt und erhielt am Ende einen für alle am Projekt Beteiligten erfreulichen Applaus. So war auch Claudia, Lehramtstudentin für Italienisch und Deutsch aus Innsbruck, von der Veranstaltung sehr angetan: „Die schauspielerischen Leistungen von Roberta waren sehr vielschichtig und damit von Minute eins bis zum Schluss absolut fesselnd! Neben den tollen Charakterdarstellungen war ich auch von ihrer Gesangskunst überrascht. Darüber hinaus ziehe ich meinen Hut vor Robertas Schreibkunst - schließlich hat sie selbst das Stück auch noch geschrieben und konzipiert. Ich wünsche mir für die Zukunft weiterhin viele solcher Kreativprojekte und Gelegenheiten zum Austausch und Kontakt auch außerhalb des Kursbetriebes.“

Das Team bedankt sich ganz herzlich bei all den Mitwirkenden und Sponsoren, die die Realisierung dieses Projekts ermöglicht haben: die Philologische und Kulturwissenschaftliche Fakultät, das Institut für Romanistik, die Studienvertretung Romanistik, die Firma Hella, das Italien-Zentrum für die didaktische Mitarbeit.

(Giulia Gritsch)

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