Text­musik-Archiv wie­der­eröffnet

Die Abteilung Textmusik in der Romania ist eine im deutschsprachigen Raum einzigartige Dokumentations- und Forschungsstelle auf dem Gebiet der romanischen Textmusik. Vergangene Woche wurden die neu adaptierten Räumlichkeiten des Archivs am Institut für Romanistik feierlich eröffnet.
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Bild: Vizerektorin Anke Bockreis, Leiterin Gerhild Fuchs (li.) und die Gründerin und ehemalige Leiterin Ursula Moser (re.) eröffneten die neuen Räume des Archivs. (Credit: Uni Innsbruck)

Nach dem Umbau und der Neugestaltung der Räumlichkeiten präsentiert sich das Archiv der Abteilung Textmusik in der Romania im 2. Stock des GEIWI-Turms sehr einladend und freundlich. Es bieten sich nun sehr gute Arbeitsbedingungen, um die reichen Schätze des Archivs - darunter die europaweit größte Schallplattensammlung zu Chansons aus der Sammlung Seguy oder die neu hinzu gekommene Sammlung zur Librettoforschung - zu erkunden. Die Abteilung Textmusik in der Romania wurde auf Initiative von Ursula Moser 1985 an der Universität Innsbruck eingerichtet und ist dem Institut für Romanistik zugeordnet. Seither widmen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Archivierung von Artefakten, in denen sich Text und Musik begegnen oder überlagern. Gegenstand der Forschung sind in erster Linie moderne populäre Liedformen wie Chanson, Schlager, Pop, Rock, Rap, Lieder der politischen Agitation und World Music, aber auch traditionelle Mischformen von Text und Musik wie Oper, Operette, Zarzuela und Musical, die Spielarten des romanischen Kunst- und Volkslieds, Rezitationstexte mit Instrumentalbegleitung oder Aufnahmen literarischer Texte. Zu den Herkunftsländern zählen Frankreich, die frankophonen Länder, Italien, Spanien, Portugal und Lateinamerika. Die Abteilung verfügt heute über eine umfangreiche Tonträgersammlung von LPs, CDs und Kassetten, die durch eine gut sortierte Fachbibliothek ergänzt wird. Die Abteilung Textmusik in der Romania wurde darüber hinaus in den letzten Jahren zunehmend mit der Archivierung und Verwaltung von Nachlässen sowie diverser anderer Sammlungen betraut. Ein wichtiger Teil des Archivs ist die bestens bestückte Sammlung des „Centre d’étude de la chanson québécoise“, die seit vielen Jahren von der Regierung Quebecks gefördert wird, weshalb auch eine Vertreterin der Délégation Générale du Québec in München, Madame Nicole Koufou, die Archiveröffnung durch ihre Anwesenheit und ihre Grußworte bereicherte.

Die Eröffnung des Archivs fand im Rahmen einer dreitägigen internationalen Tagung zu populärer Musik und Migration in den Sprachräumen der Romania statt („Popular music et migration / e migrazione / y migración: 1990-2015“, 5.-7. April). Dabei referierten und diskutierten rund zwanzig TeilnehmerInnen aus Algerien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, Kamerun und Österreich über die zentrale Fragestellung, in welchen thematischen Schwerpunktsetzungen und mit welchen ästhetischen Verfahren sich die Erfahrungen aus oder Reflexionen über zeitgenössische Migrations­bewegungen in den diversen Genres der Populärmusik im französischen und frankophonen, italienischen und spanischen Raum niederschlagen. Teil der Tagung waren außerdem ein Didaktik-Workshop über die Behandlung der Migrationsthematik auf der Grundlage von populärer Musik im Fremdsprachenunterricht sowie ein Konzertabend mit einem „gesungenen Vortrag“ und der Darbietung von Chansons zur Erfahrung von Emigration und Exil.


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