Tag der Frauen in der Wissen­schaft

Weltweit geht viel Forschungspotenzial verloren, da zu wenige hoch qualifizierte und gut ausgebildete Frauen in der Forschung arbeiten. Auf diese Situation macht die UNESCO am 11. Februar mit dem Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft aufmerksam.
women-in-science_1800x1080.jpg
Bild: UNESCO-Kampagne zum Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft (Credit: UNESCO)

„Wenn zu wenig hochqualifizierte und gut ausgebildete Frauen in Forschung und Wissenschaft arbeiten, geht immens viel Potenzial verloren. Ein geringer Frauenanteil zementiert nicht nur die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern auf der höchsten akademischen Qualifikationsebene ein, sondern schlägt sich auch bei der Art und Weise der Erkenntnisgewinnung, den Inhalten, Zielsetzungen und Fragestellungen nieder. Das resultiert in einer männlich dominierten – und damit einseitigeren – Prägung der Wissenschaft“, ist die Tiroler Frauenlandesrätin Gabriele Fischer überzeugt und lenkt anlässlich des heute stattfindenden Internationalen Tags der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft den Blick auf einen bisher – leider – ungebrochenen Trend: Der Anteil der Frauen in der Wissenschaft – vor allem in den höheren Positionen – ist nach wie vor gering. Obwohl mehr als die Hälfte der Studienanfänger*innen und der Absolvent*innen weiblich sind, vermindert sich der Frauenanteil bei den Dissertant*innen und Habilitierten deutlich.

Großer Nachholbedarf

Die Universität nimmt diese Situation erst: Das Büro für Gleichstellung und Gender Studies koordiniert Initiativen, die einerseits in strukturellen Maßnahmen und andererseits in individuellen Unterstützungsangeboten für Frauen bestehen. Auch der Tiroler Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg hält die Stärkung der Berufsposition von Frauen auf verschiedenen wissenschaftlichen Ebenen, die Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Familie und eine Weiterentwicklung der Integration der Frauen- und Geschlechterperspektive in der akademischen Berufswelt für besonders unterstützenswert. „Obwohl immer mehr Frauen ein Studium abschließen, sind Wissenschaftlerinnen in vielen Bereichen der Universitäten immer noch unterrepräsentiert“, bestätigt auch Vizerektorin Ulrike Tanzer. „Gerade in den zukunftsweisenden MINT-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik – haben wir einen großen Nachholbedarf.“

Die Universität Innsbruck fördert Frauen auf den unterschiedlichen Stufen der akademischen Karriereleiter mit vielfältigen Maßnahmen. Programme wie die Erika-Cremer-Stipendien oder die Ingeborg-Hochmair-Frauenprofessuren ermöglichen exzellenten Wissenschaftlerinnen den Aufstieg bis zur eigenen Professur, wo der Anteil von Frauen erst bei 20 Prozent liegt. „Obwohl in den vergangenen Jahren viel erreicht wurde, gibt es noch viel zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft zu tun. Dafür brauchen wir eine frühe Unterstützung in den Schulen, Role Models an den Universitäten und eine deutliche Absage an althergebrachte Stereotype und Vorurteile“, betont Tanzer.

Die beiden Tiroler Regierungsmitglieder sind sich einig, dass Mädchen- und Frauenförderung nicht erst auf universitärer Ebene beginnen dürfe. „Ein wichtiges Instrument zur Bekämpfung der geschlechtsspezifischen Ungleichheit in den Wissenschaften ist der Abbau von Hürden für Mädchen und Frauen im privaten Umfeld sowie im Unterricht und am Arbeitsplatz“, stellen Gabriele Fischer und Bernhard Tilg klar.

Role Models

Im Rahmen des Internationalen Tages der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft 2021 möchten wir auf die vielen außergewöhnlichen Wissenschaftlerinnen, die an der Uni Innsbruck forschen, aufmerksam machen:

Konstanze Zwintz

Konstanze Zwintz
Foto: Axel Springer

Univ.-Prof. Mag. Dr. Konstanze Zwintz

Professorin und Leiterin der Forschungsgruppe Sternentwicklung und Asteroseismologie 

 Eva Lavric

Eva LavricFoto: Axel Springer

Univ.-Prof. Mag. Dr. Eva Lavric

Professorin für französische und spanische Sprachwissenschaft, Leiterin interdisziplinärer Frankreich-Schwerpunkt

Alice do Carmo Precci Lopes

Alice LopesFoto: Franz Oss

Alice do Carmo Precci Lopes

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Infrastruktur – Arbeitsbereich für Umwelttechnik

Birgit Sattler

Birgit SattlerFoto: Franz Oss

Mag. Dr. Priv.-Doz. Birgit Sattler

Professorin am Institut für Ökologie

Marie-Luisa Frick

Marie-Luisa FrickFoto: Axel Springer

Assoz.-Prof. PD Dr. Marie-Luisa Frick

Professorin am Institut für Philosophie

Kristina Stoeckl

Kristina StoecklFoto: Axel Springer

Univ.-Prof. Mag. Dr. Kristina Stoeckl, MA

Professorin am Institut für Soziologie, Projektleitung „Postsecular Conflicts“

Silke Meyer

Silke MeyerFoto: Axel Springer

Univ.-Prof. Dr. Silke Meyer

Professorin für Europäische Ethnologie

Claudia Pasquero

Claudia PasqueroFoto: Axel Springer

Univ.-Prof. Claudia Pasquero

Professorin für Landschaftsarchitektur

Tracy Northup

Tracy NorthupFotos: Axel Springer

Univ.-Prof. Dr. Tracy Northup

Professorin am Institut für Experimentalphysik







Unileben aktuell – die neuesten Beiträge

weitere Beiträge

Nach oben scrollen