Studierende trainierten am Ortler

Im Gemeindegebiet von Sulden in Südtirol untersuchten Studierende in der ersten Juliwoche Lawinenstriche, Steinschlagzonen und Murenkegel. Im Rahmen einer Lehrveranstaltung lernen die Studenten, wie Naturgefahren kartiert, modelliert und darauf aufbauend Risikozonen bestimmt werden können.
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Bild: Die Studierenden aus Innsbruck waren eine Woche im Gebiet unterhalb des Ortler unterwegs. (Credit: Rudolf Sailer)

Fünfzehn Geographie-StudentInnen aus Innsbruck waren von 4. bis 9. Juli im Gemeindegebiet von Sulden am Ortler unterwegs, um im Gelände jene Gebiete zu untersuchen, die durch Lawinen, Muren, Steinschlag oder Überflutung gefährdet sind. Nach festgelegten Kriterien aus einem Symbolbaukasten übertrugen die Studierenden die im Gelände erkannten Gefahrenhinweise auf Karten und sammelten zusätzlich Daten, die sie später an der Universität in Rechenmodelle einfließen lassen und mit deren Hilfe sie Gefahrenkarten erstellen und Risiken für einzelne Gebiete bestimmen werden. „Die Studierenden sollen lernen, die Qualität von Ergebnissen solcher Modellierungen besser einschätzen zu können“, erklären die Lehrveranstaltungsleiter, die die jungen Geographie-Studierenden nach Südtirol begleitet haben.

Möglich wurde die studentische Übungswoche, die bei besten äußeren Bedingungen durchgeführt werden konnte, durch die breite Unterstützung vor Ort. „Wir wurden hier in Sulden mit offenen Armen empfangen“, erzählen die Lehrveranstaltungsleiter vom Institut für Geographie der Uni Innsbruck. „Die Bevölkerung gab den Studierenden sehr bereitwillig Auskunft über die lokalen Gegebenheiten.“ Auch Experten wie Reinhard Pinggera von der Forststation Prad und Olaf Reinstadler von der lokalen Lawinenkommission gaben ihr Wissen ebenfalls weiter, die Gemeinde Stilfs vermittelte Kontakte und half mit Informationen und die Seilbahnen Sulden stellten den Studierenden Freifahrten für ihre Geländeerkundungen zur Verfügung. Nach Abschluss der Lehrveranstaltung an der Universität Innsbruck werden die Studierenden ihre Ergebnisse Mitte 2017 in der Gemeinde vorstellen.

(Christian Flatz)


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