Sprachen im Europä­ischen Parla­ment, Sprachen in Brüssel

Das war der Titel der Exkursion, die eine Gruppe von Romanistik-Studierenden unter der Leitung von Prof. Eva Lavric Anfang Jänner unternommen hatte. Am 25.1.2018 präsentierte sie in der Claudiana ihre Ergebnisse: einen Film und eine Menge Anekdoten und Erkenntnisse.
Gruppenbild der ExkursionsteilnehmerInnen
Bild: Die Brüssel-Exkursionsgruppe in der ständigen Vertretung Österreichs bei der EU (Credit: Regina Rusch)

„Jetzt verstehe ich, wieso die Projektseminare bei den Innsbrucker Romanistik-Studierenden die beliebtesten Lehrveranstaltungen sind,“ bemerkte eine Mutter. „Unsere Tochter hat uns ja viel von der Exkursion erzählt, aber der Film zeigt, was sie in Brüssel alles unternommen haben und was für eine gute Stimmung da geherrscht hat!“ Prof. Lavric winkte bei den Komplimenten ab, denn in einem Projektseminar müssen ja, wie man weiß, die Studierenden alles selbst organisieren. In ihrer Rede bemerkte sie: „Das Schöne an einem Projektseminar ist, erstens: dass was rauskommt, wie heute unser Schlussevent mit Film, zweitens: dass es was Gemeinsames ist, jede und jeder hat von sich, von seinen Fähigkeiten, von seinen Netzwerken, von seiner Zeit und Mühe etwas eingebracht und gemeinsam ist es dann gelungen; und drittens: dass es ein bisschen ein Abenteuer ist, man weiß am Anfang des Semesters zwar, wo es hingeht, aber kann noch nicht wirklich sagen, wie man da hinkommen und was man dabei erleben wird.“

Im Brüssel-Projektseminar ging es zunächst einmal darum, eine EU-Abgeordnete zu suchen, die bereit war, die Gruppe ins Europäische Parlament einzuladen; gefunden wurde Karoline Graswander-Hainz, die selbst Tirolerin ist und die Innsbrucker RomanistInnen besonders freundlich empfing. Im Vorfeld schon hatten die Studierenden Referate vorbereitet, die deutlich machten, warum es unbedingt Brüssel und das Europäische Parlament sein mussten, warum die mehrsprachige Stadt und das wichtigste Gremium der vielsprachigen EU den Sprachinteressierten viel und Interessantes zu bieten hatten. Sie hatten Vortragende einge­laden, die mit Brüssel oder mit den Sprachdiensten der EU oder auch mit der österreichischen und Tiroler Vertretung dort zu tun hatten. Es gab eine Sekretariats-Gruppe, weiters eine Gruppe, die mit der Reiseleitung betraut war, die also ein Hotel reservierte, einen Bus mietete und per Internet ein paar gute Restaurants und Bierstuben auskundschaftete; außerdem eine Institutionen-Gruppe, die den Kontakt mit dem Europäischen Parlament, mit der Österreichischen Vertretung und mit dem Tirol-Büro aufnahm und die das Tirol-Büro sogar überzeugte, die Gruppe zu einem Buffet einzuladen. Eine besonders verantwortungsvolle Gruppe hatte sich um die Finanzen gekümmert, Einnahmen und Ausgaben berechnet und Fördergeber gefunden, und eine nicht minder wichtige Gruppe hatte das Schlussevent auf die Beine gestellt.

Und last but not least gab es natürlich die Filmgruppe (mit eigenem Zeichner), deren Mitglieder sich beim Schlussevent als blutige cineastische AnfängerInnen outeten. Die allerdings – so ist das eben in einem Projektseminar – im Schnellsiedeverfahren gelernt hatten, brauchbare Aufnahmen zu machen, einen Film zu schneiden, ihn zu vertonen und mit der notwendigen Prise Humor zu versehen. Das Ergebnis war ganz und gar professionell.

Das Publikum freute sich und überprüfte gleich am Buffet, ob die Exkursions-TeilnehmerInnen in Brüssel auch ihre kulinarischen Studien gewissenhaft genug betrieben hatten.

(Eva Lavric)

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