Sehen, hören, sprechen

Unter dem Titel „Linguaversum – Mehrsprachigkeit hör- und sichtbar machen“ präsentierten die Studierenden des Projektseminars „Linguistic Landscaping/ Linguistic Soundscaping“ des Instituts für Romanistik am Dienstag, 20. Juni 2017 in den Räumen des Museums „Audioversum“ ihre Ergebnisse.
Linguistic Land- und Soundscaping
Bild: Im Gegensatz zu den drei Affen muss man beim Linguistic Land- und Soundscaping ganz aufmerksam hinsehen, hinhören und darüber sprechen! (Credit: Studierende des Projektseminars (Feldkirch-Gruppe))

Ausgangspunkt des „Linguistic Landscaping“ und „Linguistic Soundscaping“ ist das Explorieren einer Stadt oder anderen Landschaft mit der Kamera bzw. mit dem Mikrophon im Hinblick auf Sprachen: Man nimmt also Schilder, Aufschriften, Werbungen, Graffiti u.ä. auf und schaut, in welcher Sprache sie sind; und man hört genau hin, in welcher Sprache offizielle Durchsagen oder zufällige Beschallungen sind oder welche Sprachen auf der Straße gesprochen werden. Man dokumentiert, man zählt – und man hinterfragt: Man fragt die Menschen, die für die Schilder/Durchsagen zuständig sind, warum gerade diese Sprachen verwendet wurden; man fragt die AdressatInnen, ob sie sich sprachlich gut betreut und angesprochen fühlen. Man vergleicht mit offiziellen Statistiken, Sprachgesetzgebungen etc. Man interpretiert, was man gesehen und gehört hat, und präsentiert es einem breiteren Publikum.

In 13 Gruppen explorierten die Studierenden des Projektseminars (unter der Leitung von Prof. Eva Lavric und Dr. Carmen Konzett-Firth) ihre Umwelt und präsentierten die Ergebnisse ihrer Forschungen in Form einer Video- und Soundinstallation und eines Infobazars. Das zahlreich erschienene Publikum war ebenso begeistert von dem originellen Episodenfilm wie von dem von den Studierenden gestalteten Buffet. „Das Prinzip des Projektseminars ist es, dass die Studierenden alles selbst organisieren und gestalten und gemeinsam ein „Werk“ hervorbringen. Uns Lehrende versetzt die Tüchtigkeit und Kreativität unserer Studierenden immer wieder in Staunen“, lobte Prof. Lavric die TeilenhmerInnen in ihrer Begrüßung. Partner und Sponsoren des Projekts waren das Audioversum, die Firmen Alphamedia und Stoanahof sowie das Institut für Romanistik und die Studienrichtungsvertretung Phil-Kult.

Und das sind die 13 Themen, die von den Studierenden erforscht und in Szene gesetzt wurden:

Määähr als nur die Sprache der Tiere

Mit Adleraugen: Betrachtung der visuellen und akustischen Sprachenlandschaft im Alpenzoo – wenn Mensch und Tier kommu­nizieren.

Dreisprachigkeit im Gadertal

Mit einem Besuch im Gadertal wollen wir die Mehrsprachigkeit in den dortigen Ortsschildern und sonstigen Bezeichnungen untersuchen.

Maximilians Erben

Multilingualismus in der historischen Altstadt in Innsbruck.

Mona Lingua

Welche Sprache sprechen die Innsbrucker Museen?

Nächster Halt, next stop: Sprache mobil

Flughafen und öffentlicher Verkehr – eine (visuell) linguistische Reise nach und durch Innsbruck.

Film ab, Vorhang auf! Welche Sprachen sprechen wir?

Innsbrucks sprachliche Vielfalt im Kulturbereich Kino und Theater.

Südtirol: Stadt - Land - Fluss

Südtirol: Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Sprachlandschaften der Stadt Meran und dem ruralen Raum Ratschings.

Sprachenvielfalt – Second Hand?!

Kommen Sie mit uns auf die Flohmärkte in Innsbruck und Meran und entdecken Sie die Sprachenlandschaft mit ihren Unterschieden & Gemeinsamkeiten.

Gelingendes Leben in Feldkirch

Inwiefern korrelieren Tourismussprachen und Sprachen des öffentlichen Lebens in der Stadt Feldkirch?

Gastroversum

In diesem Projekt erlebt der Zuseher/Zuhörer ein hörbares und sichtbares Spektakel und begibt sich auf eine Reise durch die sprachliche und kulturelle Vielfalt der Gastronomie Innsbrucks.

Innsbruck für Blinde

Der Tagesablauf eines Blinden wird anhand einer Soundaufnahme dargestellt. Sie hören die Sound- und Sprachaufnahmen, die Blinde brauchen, um sich in Innsbruck zurecht zu finden.

Akustische Reise

Begleiten Sie uns auf einer akustischen Reise mit Hilfe der verschiedensten Transportmittel, von Innsbruck über Südtirol und Italien bis nach Griechenland.

Airport International

Der internationale Flughafen als Treffpunkt sprachlicher Vielfalt.

(Eva Lavric)


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